Hier lässt es sich aushalten: Die dicht gewachsenen Kastanienbäume spenden Dir im Hof des Palmengarten im Sommer viel Schatten, viele weitere Pflanzen und Girlanden sorgen für eine Gartenpartystimmung.
© Timon Wegner
fein genießen
05.08.2022, 10:54 Uhr

Versteckte Idylle in Nürnbergs Hinterhöfen: Palmengarten

Biergärten gibt es in Nürnberg viele. Und auch viele schöne. Die meisten sind hinlänglich in der Bevölkerung bekannt. Daher widmen wir uns den Kleinoden, den versteckten Perlen, in einer kleinen Serie. Diesmal: Fränkischer Sommer im Palmengarten in Nürnberg-Gostenhof.

Das Palmengarten ist eine Institution, im Viertel und auch in der ganzen Stadt. In der Unteren Kanalstraße 4 - die nächste U-Bahn-Haltestelle ist Gostenhof - bestehen die Kneipe und der Biergarten schon seit 1940, so erzählt es Ernst Schultz, der seit den 70ern hier Stammgast ist. Davor, erzählt er launig, sei hier eine Poststelle gewesen, früher sogar mit Pferdegespannen, die für die Verteilung der Postsendungen arbeiteten. Allein schon aus diesen Gründen steht das heutige Haus unter Denkmalschutz.

Durchquert man als Gast die traditionsreiche Wirtsstube, gelangt man in den kleinen Biergarten, durch den ein südliches, italienisches Flair weht. Die Blätterdächer der großen Kastanien dort spenden Dir im Sommer viel Schatten. Teils kannst Du hier den Himmel fast nicht mehr sehen, so dicht sind die Blätterdächer. Kuschelige Atmosphäre ist hier also garantiert. Um ihn noch sommerlicher einzufärben, garnieren zwei Lichterketten mit bunten Birnen den Biergarten und sorgen für Gartenpartystimmung. Viele Topfpflanzen ranken sich ringsum. Die Gespräche an den anderen Tischen, die Menschen jeden Alters bewirten, werden zum ignorierbaren Klangteppich. Rund zehn Tische zum Sitzen und ein Stehtisch füllen das Areal.

Hier war ganz früher eine Poststelle, entsprechend steht das Haus in Gostenhof unter Denkmalschutz.
Timon Wegner

Maria und Bashir Imgrund sind die Köpfe hinter dem Palmengarten, sie ist die Geschäftsführerin, er der Chefkoch. Auf der Speisekarten, die sie erstellt haben, finden sich Speisen für den kleinen Hunger und Brotzeiten, Beilagen und Extras, Nachspeisen, Suppen, Salate und Vorspeisen sowie natürlich jede Menge Hauptspeisen. Für Vegetarier:innen und Veganer:innen wechseln die Gerichte täglich, außerdem stehen vegetarische Knödel auf der Karte. Insgesamt wirst Du hier mit weltoffener und klassischer fränkischen Küche versorgt. Die Tagesgerichte sind auf Tafeln geschrieben. Specials sind auf bestimmte Tage gelegt: von Montag bis Freitag kommt ofenfrisches Schäufele (ab 3 Portionen mit Vorbestellung) in den Ofen, sonntags und an Feiertagen stehen Braten im Fokus - dann gibt Schäufele, Rouladen, Spanferkel, Wild usw. Zwischen Oktober bis April ist mittwochs immer Schlachtschüsseltag. Das verwendete Gemüse kommt aus dem Knoblauchsland, Fleisch und Wurst vom Landmetzger.

Die Baumkronen sind hier so dicht, dass Du den Himmel fast nur noch erahnen kannst.
Timon Wegner

Die Getränkeauswahl ist bunt und reicht von Weißwein, Rotwein, Rosewein über heiße Getränke, fränkische Edelbrände und Schnäpse bis hin zu Sekt, Brandy und Cocktails.

Wir haben uns bei unserem Besuch für den Schweinebraten mit Kloß für 10,80 Euro entschieden. Auf den Tisch kamen zwei große Stück Schweinebraten mit würziger Bratensoße. Die Klöße waren frisch und fluffig, das Fleisch des Bratens war so zart, dass man fast kein Messer zur Hand nehmen musste.

Macht satt: Der Schweinebraten mit Klößen im Palmengarten Nürnberg.
Timon Wegner

Gut zu wissen: Die großen Portionen machen Dich gut satt, kleine Portionen gibt es für 70 Prozent des Normalpreises.

Gut zu wissen II: In unregelmäßigen Abständen finden hier außerdem Kunstausstellungen und Live-Musik statt - auch Stammgast Ernst Schultz hat mit seiner Band "Die Wundertüte" hier schon gespielt.

Die Öffnungszeiten: täglich ohne Ruhetag, immer von 17 Uhr bis 0 Uhr.

Wo? Unteren Kanalstraße 4 in Nürnberg-Gostenhof; die nächste U-Bahn-Haltestelle ist Gostenhof, von dort aus sind es über die Kernstraße drei Minuten zu Fuß.


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