Die Sommersonnenwende kennzeichnet den längsten Tag im Jahr.
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fein leben
21.06.2022, 12:15 Uhr

Sommersonnenwende 2022: Alles rund um den längsten Tag im Jahr

Die Sommersonnenwende bezeichnet in der Astronomie den kalendarischen Sommeranfang. Doch wann ist eigentlich der längste Tag des Jahres und was ist das Besondere daran?

Lange, helle Nächte und flackerndes Lagerfeuer. Die Sommersonnenwende hat etwas Magisches. Aber was passiert eigentlich genau am Tag der Sommersonnenwende?

Längster Tag im Jahr: Wann ist die Sommersonnenwende 2022?

Der längste Tag im Jahr wird auch als Sommersonnenwende, Sommernacht oder Sonnenwende bezeichnet. Nach meteorologischer Zeitrechnung beginnt der Sommer jedes Jahr am 1. Juni und endet am 31. August. Aus meteorologischer Sicht sind also die Monate Juni, Juli und August die Sommermonate.

Astronomen haben hingegen einen wesentlich genaueren Zeitpunkt für den Sommeranfang definiert - die Sommersonnenwende. Der genaue Zeitpunkt der Sonnenwende ist dann, wenn die Sonne senkrecht über dem Wendekreis der eigenen Erdhälfte steht. Gleichzeitig ist dieser Tag am längsten und hat damit die kürzeste Nacht. Der längste Tag im Jahr 2022 und somit auch die Sommersonnenwende 2022 ist am 21. Juni.

Ist die Sommersonnenwende immer am 21. Juni?

Nein, die Sommersonnenwende ist nicht immer am 21. Juni. Dies hängt unter anderem davon ab, ob es sich um ein Schaltjahr handelt. Die Sommersonnenwende kann am 20., 21. oder auch am 22. Juni stattfinden. In den nächsten Jahren ist in Deutschland immer der 21. Juni der Beginn des Sommers und der Tag der Sommersonnenwende. Im Schaltjahr 2024 findet die hiesige Sommersonnenwende am 20. Juni statt.

Was ist die Sommersonnenwende?

Die Sommersonnenwende oder Sonnenwende (lateinisch "Sonnenstillstand") bezeichnet den Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel erreicht. Der Tag ist gleichzeitig der längste Tag im Jahr und die Nacht somit am kürzesten. Dies bedeutet zugleich, dass an dem Tag die maximale Zeitspanne zwischen dem Sonnenaufgang und dem Sonnenuntergang erreicht ist. Bis zur Sommersonnenwende werden die Tage immer länger und dementsprechend die Nächte kürzer. Ab dem Zeitpunkt der Sommersonnenwende ist es wieder andersherum.

Ist die Sommersonnenwende auch der Sommeranfang?

Ja, die Sommersonnenwende markiert in der Astronomie den Anfang des Sommers. An diesem Tag geht die Sonne innerhalb des gesamten nördlichen Polarkreises nicht vollständig unter. Je näher sich ein Ort am Nordpol befindet, desto mehr Nächte mit der Mitternachtssonne gibt es. Man spricht dort auch von den "Weißen Nächten". Nach dem 21. Juni werden die Nächte wieder länger und die Tage kürzer. Dies ändert sich erneut mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember.

Was ist eine Mittsommernacht?

Als Mittsommernacht werden die Tage bezeichnet, an denen rund um die Sommersonnenwende gefeiert wird.

Wann ist Mittsommernacht 2022?

Das Christentum verschob das Fest um drei Tage nach hinten und formte daraus das Fest des heiligen Johannes des Täufers. Die Mittsommernacht 2022 findet also in Deutschland am 24. Juni statt und wird als Johannistag gefeiert. Der Tag steht in enger Verbindung mit der Sommersonnenwende am 21. Juni. Die Johannisnacht ist infolgedessen die Nacht vom 23. Juni auf den 24. Juni.

Welche Bedeutung hat die Mittsommernacht?

Die Sommersonnenwende hat neben dem astronomischen Hintergrund auch eine religiöse und eine spirituelle Bedeutung. Vor allem in den skandinavischen Ländern wird die Mittsommernacht ausgiebig gefeiert und zählt zu den wichtigsten Feiertagen überhaupt. Das skandinavische Mittsommerfest wird mit einem großen Feuer eingeläutet. In den ländlichen Gebieten treffen sich die Menschen im Kreise ihrer Familie.

Generell hat die Sommersonnenwende auch eine spirituelle Bedeutung. Sie symbolisiert die Fülle und den Reichtum der Natur im Sommer. Damit die Ernte erfolgreich wird, muss das Johannisfeuer schützend auf das Wetter wirken. Daher werden in manchen Gebieten entsprechende Bitten vorgelesen und Wettersegenpflanzen verräuchert. Das entzündete Feuer steht als Symbol für das Verbrennen und Loslassen von Dingen, die weiteres Wachstum bremsen.

Am 21. Juni wird "Litha" zur Sommersonnenwende gefeiert. Demnach werden ein Feuer entzündet und Zettel mit Wünschen in einer Feuerschale verbrannt. Auf den Zetteln stehen nicht nur die Träume, sondern auch diejenigen Dinge, die verhindern, dass man die Träume verwirklicht. Sobald die kleinen Zettel verbrennen, schaut man in die Flammen und spricht laut aus, was man in seinem Leben neu entfachen möchte.

Welche Bräuche und Rituale gibt es am Mittsommerfest noch?

Es gibt zur Sommersonnenwende unzählige Rituale. So unterschiedlich jede Kultur und jedes Land sind, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Bräuche und Rituale.

In Schweden ist es ein gängiger Brauch, einen mit Blumenkränzen geschmückten Baumstamm aufzustellen. Zudem werden häufig Volkstänze aufgeführt und die Menschen tragen Tracht. Die Frauen und Mädchen haben zudem bunte Blumenkränze im Haar. Bei den Finnen werden am Tag der Sommersonnenwende auch gleichzeitig die Sommerferien eingeläutet. Sobald es dunkler wird, wird das Sonnwendfeuer entfacht.

In Dänemark und Norwegen gibt es ein Ritual, bei dem eine Strohhexe verbrannt wird, um die bösen Geister auszutreiben. In Norwegen gibt es zusätzlich zu dem Feuer noch Fackel- oder Laternenumzüge.

Auch in Deutschland werden in manchen Gebieten die Mittsommernacht beziehungsweise der Johannistag gefeiert. Das angezündete Feuer ist nicht nur ein Symbol für die Sommersonnenwende, sondern symbolisiert dann auch Christus. Zudem soll es Glück bringen, um das Feuer herum zu springen und zu tanzen. Gleichzeitig sollen Dämonen und Geister sowie Unwetter durch das Feuer abgewehrt werden.

Weitere Rituale sind das Sonnenbaden und die Lichtmeditation am frühen Morgen der Sommersonnenwende. Wer also früh aufsteht und das Gesicht in Richtung Sonne streckt, tankt durch die Sonne mit jeder Zelle seines Körpers neue Energie.

Simone Madre