Sie singt erst Hildegard Knef ("Für mich solls rote Rosen regnen") und dann die Beatles mit "Yellow Submarine": Ameca, der humanoide Roboter, ist durchaus mit Sinn für Humor programmiert.
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24.05.2022, 14:13 Uhr

Sie singt und erzählt Witze: Zu Besuch bei Roboter Ameca im Deutschen Museum Nürnberg

Bis 30. Mai ist Ameca noch eine Interim-Nürnbergerin. Der humanoide Roboter ist zu Gast im Deutschen Museum Nürnberg, um Einblicke in diesen Bereich der Forschung zu bieten - und um uns einen Geschmack für die Zukunft zu schenken. Auge in Auge mit der Roboterdame, die Dir Witze erzählt oder auch einen Song von den Beatles singt. In der kommenden Woche gibt es zum Kennenlernen einige weiterführende und informative Events im Areal im Augustinerhof Nürnberg.

Im #robotermai stiehlt Ameca im Deutschen Museum Nürnberg niemand die Show. Fast schon anmutig und stolz steht die Roboterdame mit ihren 187 cm Größe im Scheinwerferlicht, dreht sachte und absolut menschenähnlich ihren Kopf, während es hinten aus ihrem Nacken herausblinkt. Auf die Bitte der Zuschauenden beginnt sie: "Treffen sich eine Null und eine Acht. Sagt die Null zur Acht: Schicker Gürtel." Auch singen kann und will sie. Auf die Frage nach ihrem Lieblingslied stimmt sie die Grand Dame Hildegard Knef mit ihrem Evergreen-Song "Für mich solls rote Rosen regnen" an. Und schiebt, mitreißend, "Yellow Submarine" von den Beatles hinterher. Faszinierend.

Ameca, dieser wohl weltweit fortschrittlichste humanoide Roboter aus einer Forscherwerkstatt Engineered Arts im britischen Nirgendwo, ist seit Anfang Mai in Nürnberg, zur Langen Nacht der Wissenschaften und zur Blauen Nacht hat sie viele Besucher:innen erstaunt und überrascht. Denn: Mimik und Gestik, andere teils absolut menschliche Reaktionen, sind ausgetüftelt und lebensecht. Kein Wunder, denn allein 17 von insgesamt 52 Motoren sind in ihrem im Gesicht verbaut.

Erste Präsentation in Nürnberg

Es ist die erste öffentliche Präsentation in Deutschland und in Europa, sagt Sebastian Linstädt, Pressesprecher des Deutschen Museums Nürnberg. Entwickelt und gebaut wird der Roboter von der britischen Firma Engineered Arts in Falmouth/UK. Mithilfe der ausgefeilten Mechanik kann AMECA menschliche Bewegungen täuschend echt nachmachen. So setzt der Roboter neue Maßstäbe im Bereich der Robotik.

Ameca, der humanoide Roboter, ist bis Ende Mai noch in Nürnberg zu Gast.
Andrea Munkert

Auch Marion Grether, Leiterin des Deutschen Museums Nürnberg ist begeistert: „Mit AMECA und unserem Roboter-Mai insgesamt gelingt uns ein großes Anliegen des Zukunftsmuseums: Wir bringen die Menschen direkt mit einem spannenden und aktuellen Themenkomplex in Kontakt und inspirieren sie dazu, sich über ein zukünftiges Zusammenleben mit Robotern eigene Gedanken zu machen.“

Viele Maschinen wuseln hier umher

Ameca ist nicht der einzige Roboter, der sich aktuell im Museum tummelt. Zwischen den Füßen der Besucher:innen bewegt sich der Hunderoboter A1, der Männchen macht und sich wohlig beim Streicheln an die Hand schmiegt. Freilich, er hat kein Fell und auch sonst außer den vier Beinen wenig von einem Hund aus Fleisch und Blut. Mit seiner Rolle rückwärts oder den Tanzeinlagen zeigt er eindrucksvoll, was Technik bereits ermöglicht. Im Sprint-Modus schafft er bis zu 12 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch: Die Attüde hat A1 gut verinnerlicht bzw. programmiert bekommen. Ob humanoider Roboter, Pflege- oder Service-Roboter - die Maschinen kommen in unserem Alltag zunehmend zum Einsatz. In vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Medizin, Industrie oder Forschung, können Roboter Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen erledigt wurden. Durch ihre Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen und ihre teils außergewöhnlichen Fähigkeiten haben Roboter das Potenzial, in Zukunft eine noch größere Rolle in unserem Leben zu spielen.

Im Deutschen Museum in Nürnberg lernen die Besucher:innen derzeit also verschiedene Roboter kennen und erfahren mehr über ihre Einsatzmöglichkeiten. So gibt es beispielsweise Paro, einen Therapieroboter in Form einer Robbe, der verwendet wird, um Menschen mit Demenz zu beruhigen und zu beschäftigen. Oder Keeko, der Kindern beim Lernen hilft. NAO ist ein humanoider Roboter im Museum. Mithilfe seiner Kamera erkennt er Menschen und nimmt mit ihnen Kontakt auf. Außerdem kann er tanzen und verschiedene Gesten ausführen.

Termine mit Ameca in Nürnberg

Um mehr von Ameca zu erfahren, als sie nur singen oder Witze erzählen zu hören, hat das Museum noch einige Termine bis zu ihrer Heimreise in dieser Woche:

Am Dienstag, 24. Mai, 19 bis 20 Uhr: Ein besonderer Abend mit Ameca

An diesem Abend werden Amecas Fähigkeiten demonstriert und Du erhältst viele Informationen über diesen humanoiden Roboter. Der Eintritt ist frei, da aber "nur" 80 Plätze im Forum vorhanden sind, bittet Dich das Deutsche Museum, Dich im Ticketshop auf der Webseite anzumelden, damit Dein Platz auch gesichert ist. Gekrönt wird der Abend von einer Live Theater-Tanz-Performance des Theater-O mit AMECA als einer/m der ProtagonistInnen.

Am Mittwoch, 25. Mai, 16 Uhr bis 16.30 Uhr: Ameca liest KI-Literatur

Was kann KI schon heute? Texten zum Beispiel! An diesem Abend wird Amecas menschliches Erscheinungsbild mit Literatur kombiniert, die eine KI-Sprachsoftware verfasst hat. Die Kosten für die Lesung sind in Deinem Museumeintritt enthalten.

Am Sonntag, 29. Mai, 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr: Vorführungen mit Ameca

Auch am Sonntag wird Ameca um 11 Uhr, 13 Uhr und um 15 Uhr noch einmal kurz den Besucher:innen besonders präsentiert, ihre Fähigkeiten werden erklärt.

Das Zukunftsmuseum will ein Ort der Begegnung sein. Zwischen Menschen, aber auch zwischen Mensch und Maschine. In Zukunft soll der Einsatz von Robotern ausgebaut werden. So können Roboter im Museum zum Beispiel Wissen vermitteln oder bei der Suche nach bestimmten Ausstellungsbereichen helfen. Der Hunderoboter A1 wird uns in Nürnberg auf jeden Fall erhalten bleiben - also, falls Du ihn auch nach dem Mai streicheln willst.

Info: Das Museum ist dienstags bis sonntags, jeweils 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets kosten 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro.


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