Bis zu 200 Stopps muss ein Kurierfahrer für Amazon jeden Tag schaffen, Zeit für Pausen bleibt ihnen dabei nicht.
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23.11.2022, 11:41 Uhr

Shoppen zu Black Friday? Unter diesen Bedingungen schuften Amazon-Kurierfahrer für unsere Pakete

Es ist nur ein Klick und schon ist das Produkt im Warenkorb, praktisch ist es vor allem für Kurzentschlossene, wenn das Paket direkt am nächsten Morgen ankommt. Für Kurierfahrer:innen, die in Nürnberg Pakete für Amazon ausfahren, bedeutet das allerdings absoluten Stress und harte Arbeitsbedingungen.

Seit Tagen wird im Internet mit zahlreichen Rabattaktionen rund um den Black Friday am 25. November geworben. Diese Zeit ist besonders für Online-Händler wie Amazon lukrativ, denn Kund:innen bestellen ohne Ende. Doch anschließend müssen die Pakete von den Lagern zu den Haustüren der Menschen kommen - auch in Nürnberg und der Region. Diesen Job übernehmen Kurierfahrer:innen, die meist bei Subunternehmen angestellt sind.

Gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk Correctiv.Lokal und weiteren Medienhäusern in ganz Deutschland hat sich unsere Redaktion gefragt: Unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen, die uns unsere Pakete meist schon am nächsten Tag ausliefern?

Die Journalist:innen haben mit über 100 Menschen aus der Branche gesprochen und zeigen mit der Recherche, wie die Maschinerie von Amazon funktioniert. Ehemalige Mitarbeitende, die im Raum Nürnberg für Amazon-Subunternehmer unterwegs waren, berichten von ständiger Überwachung, zahlreichen Überstunden und kaum Zeit zum Durchatmen. Amazon und mehrere Subunternehmer bestreiten die Vorwürfe.

Anna, die in Wirklichkeit anders heißt, hat eineinhalb Jahre für Amazon Pakete in Nürnberg ausgeliefert. Ihr Tag begann zwischen 9 und 10 Uhr und endete dann, wenn sie hunderte Pakete zugestellt hat. Oft hat sie dafür bis zu 12 Stunden gearbeitet. Gegessen und getrunken hat sie meist während der Fahrt, weil keine Zeit für Pausen blieb. Hat sie doch mal länger an einem Ort angehalten, kamen direkt Anrufe von ihrem Chef, was sie solange machen würde.

Die Recherche zeigt, dass ihre Erlebnisse kein Einzelfall sind. Unsere Redaktion hat mit vier weiteren Menschen gesprochen, die Ähnliches von Subunternehmen in Nürnberg berichtet haben. Amazon und auch die Subunternehmen selbst bestreiten die Vorwürfe. Amazon sagt beispielsweise: "Die beschriebenen Szenarien sollten niemals der Fall sein, und wir würden ein solches Verhalten unserer Partner nicht tolerieren."

Hier findest Du eine lange Version des Artikels mit mehr Hintergrundinformationen auf dem Portal der Nürnberger Nachrichten NN.de.
Diese Recherche ist Teil einer Kooperation unseres Medienhauses mit CORRECTIV.Lokal. Das Netzwerk fördert Recherchen im Lokaljournalismus und ist Teil des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV. Eine große Multimedia-Story und weitere Berichte zu Amazon findest Du auf correctiv.org.


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Nina Eichenmüller