Lara Ermer vor ihrem Auftritt beim Team-Poetry Slam "Whole Lotta Teams!" im Opernhaus in Hannover.
© Matthias Stehr
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Schnieke im Blazer oder lässig im Club: Poetin Lara Ermer

Sieben Fragen über das Leben und seine Abenteuer an ein bekanntes Gesicht aus Stadt und Region - das ist unsere Porträt-Rubrik "Feine Leute". Heute mit: Lara Ermer. Rappen, moderieren, schreiben und performen: Ermer hat als Slampoetin angefangen - mittlerweile ist sie aber eher ein Multitalent.

Eine "echte" Fränkin ist sie ihrer Meinung nach zwar nicht mehr, aber irgendwie zählt man doch zu dieser besonderen Gattung, wenn man in Fürth geboren ist und dort die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat - selbst wenn man, wie sie, mittlerweile in Frankfurt lebt. Lara Ermer ist 24 und auf einer Party würde sie sich als frei schaffende Künstlerin vorstellen. Aber weil das doch sehr vage ist, legt sie meistens so nach: "Ich schreibe und performe." Und zwar Poetryslams, Comedy, Auftragstexte oder Moderationen.

Dass es dabei so gut läuft, hat sie höchstwahrscheinlich ihrer Glückszahl zu verdanken, auch wenn ihr die 27.000 doch verhältnismäßig selten im Alltag über den Weg läuft. Apropos über den Weg laufen. Wer Lara trifft, erkennt sie ganz leicht an den niemals aufhörenden Tönen, die sie von sich gibt. Von Bratpfannen-Umrühr-Geräuschen bis zum einfachen Summen: Still ist sie nie. Macht aber nichts, denn abgesehen von dieser Eigenheit hört man ihr doch sehr gerne zu.

Lara, was lässt Dein Herz hüpfen?

Tiervideos, gute Bücher und anregende Gespräche mit anderen Menschen.

Was ist Nürnberg für dich?

Die Mischung aus Dorf und allem, was eine Großstadt ausmacht. Es ist gemütlich und heimelig, aber nie langweilig.

Wovon dürfte es mehr geben?

Generell mehr Offenheit gegenüber alternativer Lebenswege.

Was fasziniert Dich an Deiner Arbeit?

Die Vielfalt und Abwechslung. Unter normalen Umständen bin ich zum Beispiel an einem Tag auf dem Deutschen Schmerzkongress und moderiere im schicken Blazer wissenschaftliche Diskussionen und am anderen Tag mache ich Comedy in einem kleinen Berliner Club vor zehn Menschen.

Was bringt Dich zur Weißglut?

Sexismus. Gerade beruflich. Ich glaube manchmal, manche Geschäftspartner würden mich ernster nehmen, wenn ich ein Mann wäre. Daran arbeite ich mich täglich auf.

Wann hast Du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?

Tatsächlich erst Ende letzten Jahres. Beruflich bringe ich mir viel selber bei und mache deswegen oft Sachen zum ersten Mal. Zum Beispiel habe ich mir selber Stand-Up- Comedy oder das Konzipieren einer Fernsehshow beigebracht. Übrigens auch das Rappen.

Was war Dein größtes Abenteuer?

2019 habe ich meine erste größere Reise gemacht - nach Thailand. Davor ging es für mich vor allem nach Italien oder so. Obwohl ich Wandern doof finde, sind wir an einem Tag doch mal losgezogen, um einen Wasserfall zu finden, aber haben die Entfernung komplett unterschätzt. Wir sind einfach knapp sechs Stunden auf Trampelfaden durch den Regenwald gelaufen. Am Ende haben wir den Wasserfall aber gefunden und neben Eisvögeln im ganz eigenen Naturpool gebadet.

Lena Wölki