Der Bärlauch sprießt derzeit aus den heimischen Böden. 
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01.04.2021, 08:58 Uhr

Saisonkalender mit Rezept: Das schmeckt im April

Für umweltfaire, weil regionale Küche - Dein Saisonkalender für den April. Darin erfährst Du, welches Gemüse und Obst Du aktuell aus heimischem Anbau kaufen kannst. Der Star des Monats: der Bärlauch. Diesmal gibt es ein Rezept vom Profi oben drauf.

Saisonal und regional einzukaufen, wird für immer mehr Menschen wichtig, denn es dient dem Schutz der Umwelt.

Im Freiland wachsen bei uns aktuell:

  • Porree (Lauch)
  • Rhabarber
  • Spargel
  • Spinat
  • Zwiebeln (Lauch- und Frühlingszwiebeln)

Auf geschützter Anbaufläche oder im unbeheizten Gewächshaus werden derzeit groß:

  • Spargel
  • Chicorée
  • Feldsalat
  • Champignons
  • Blumenkohl
  • Radieschen
  • Lauch/Porree
  • Bärlauch
  • Rhabarber

Lagerware sind:

  • Pastinaken, noch aus dem Lager erhältlich, dann gibt es ihn im regionalen Anbau erst wieder im August. Außerdem aus den hiesigen Lagern erhältlich:
  • Hasel- und Walnüsse
  • Kartoffeln
  • Pastinaken/Wurzelpetersilie
  • Sellerie: Knollensellerie
  • Weißkohl
  • Zwiebeln

Aus dem beheizten Gewächshaus stammen aktuell Tomaten und Gurken.

Eine frühlingshafte Gnocchi-Speise mit frischem Bärlauch. 
Elna Tietböhl

Jonas Droll, Inhaber des Restaurants „Paradies“ im Nürnberger Stadtteil Sankt Johannis, stellt Dir heute ein Rezept zum Nachkochen von seiner saisonalen Wochenkarte vor – im Rampenlicht steht diesmal der Bärlauch aus unseren heimischen Wäldern, den Du je nach Witterung bis in den Mai hinein kaufen oder selbst pflücken kannst. Das Paradies arbeitet aktuell mit der Projektgruppe SDGs go local zusammen, die zu Blue Pingu gehören. SDGs bezeichnen daher die nachhaltigen Ziele und die absolute Ausschöpfung der Ressourcen. Regelmäßig findet ein Austausch und eine Weiterentwicklung dieser Ziele zwischen dem Projektteam um Barbara Schmitz und dem gastronomischen Betrieb statt.

Rezept Bärlauch-Gnocchi mit Pfannengemüse (4 Portionen)

Zutaten für eine vegetarische Hauptspeise:

  • 500g mehligkochende Kartoffeln
  • 100g Mehl
  • 50g Grieß
  • 40g (pflanzliche) Butter/ Margarine
  • 1 Eigelb
  • 1 Bund frischer Bärlauch oder 3 Esslöffel Bärlauchpesto
  • Parmesan
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Lauchzwiebeln

Für das Pfannengemüse kannst Du alles verwenden, worauf Du Lust hast! Wir empfehlen zu den Bärlauch-Gnocchi Kirschtomaten oder grünen Spargel – oder aber Du nutzt die Gemüsereste aus eurem Kühlschrank (lasst eurer Kreativität freien Lauf).

Zur Zubereitung:

  • Kartoffeln waschen und in gut gesalzenem Wasser weich kochen, abschütten & am besten über Nacht auskühlen lassen
  • Kartoffeln pellen, pressen und mit Eigelb, Butter und Gewürzen vermengen
  • Bärlauch hacken und unterheben
  • Mehl und Grieß zügig unterarbeiten
  • Teig auf etwas Mehl zu einer Rolle formen, in 2 cm große Stücke portionieren & Gnocchi formen (am besten geht das mit einer Gabel

So stellst Du Gnocchi selbst her. 
Elna Tietböhl

*Tipp : Wenn der Teig zu klebrig ist, einfach etwas mehr Mehl hinzugeben

  • Gemüse und Lauchzwiebeln waschen und schneiden
  • Gnocchi in gut gesalzenem kochenden Wasser kochen, einmal aufkochen, dann 3-4 Minuten ziehen lassen
  • Gnocchi herausnehmen und abschrecken, bei Bedarf in (Pflanzen-) Butter / Margarine goldbraun anbraten

Für das Pfannengemüse etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse scharf anbraten, mit den Gnocchi zusammen anrichten, Lauchzwiebeln und Parmesan drüber streuen.

Die Rolle teilst Du dann in kleine Teilchen auf.
Elna Tietböhl

Für die vegane Variante
Hier nimmst Du das Doppelte an Mehl (also 200g statt 100g) und lässt das Eigelb einfach weg. Tierisches Fett (Butter) und Parmesan entfallen ebenso.


Für Allesessende
Zu den Bärlauch-Gnocchi mit Pfannengemüse passt ganz hervorragend ein leichtes Forellenfilet!

  • Hautseite farinieren (mit Mehl bestäuben)
  • Öl in der Pfanne (beschichtet!!) erhitzen, auf mittlerer Stufe herunter drehen
  • Fisch auf der Fleischseite zuerst braten
  • nach knapp 1 Minute wenden, dann 1 Minute auf der Hautseite braten

Der Fisch ist servierfertig, sobald er „glasig“ ist. Wenn Du ihn „durchgebraten“ lieber magst, dann lass ihn noch ein bisschen länger braten.


Gut zu wissen: Tipps von SDGs go local (Blue Pingu) und dem Restaurant Paradies

Bärlauch - wegen seines würzigen Geruchs auch als wilder Knoblauch bezeichnet - besitzt lange, schmale, glänzende Blätter an glatten, hellgrünen Stängeln, die aus einer Zwiebel wachsen. Er kann bis zu 30 Zentimeter hoch werden und bildet weiße (ebenfalls essbare) Blütenkugeln aus. Man findet ihn in Auwäldern, auf feuchten Wiesen, unter Büschen, in Laub- und Gebirgswäldern. Er ist aber auch im Garten kultivierbar – idealerweise auf feuchten, schweren Böden in schattiger Lage.

Nur eine Hand voll pro Kopf

Bärlauch darf für den privaten Gebrauch gepflückt werden, allerdings nicht in Naturschutzgebieten und nie mehr als eine Hand voll. Am besten nimmt man pro Pflanze nur ein bis zwei Blätter, damit sie sich schneller regenerieren kann. Geerntet wird mit Messer oder Schere, um das Herausreißen von Blättern oder der ganzen Zwiebel zu vermeiden.

Nicht nur gesund soll Bärlauch sein – man sagt ihm sogar heilsame Wirkung nach – beispielsweise gegen Durchfall und Verstopfung, hohen Blutdruck, Schwindel oder als Infarktprophylaxe, so Barbara Schmitz von SDGs go local und Elna Tietböhl, die für Organisatorisches und Service im Paradies zuständig ist.