Verpackungsmüll ist die Schattenseite von Essenslieferungen.
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Regionale Start-Ups fordern Lieferando heraus

Schier endlose Auswahl, unkomplizierte Bezahlung und man muss keinen Fuß vor die Türe setzen: Das bieten Lieferdienste. Lieferando hat seit 2019 ein bundesweites Quasi-Monopol, nachdem die Mitbewerber Lieferheld und Foodora aufgegeben haben. Jetzt in der Zwangspause der Gastronomie boomt Essen zum Mitnehmen oder die Lieferung nach Hause.

Das spüren auch die Gastronomen, die in immer größere Abhängigkeit zu Lieferando geraten. Der Anbieter stellt die Plattform, eine passende App und kümmert sich um die Zahlung. Auch die Lieferung wird übernommen, wenn das Restaurant keinen eigenen Bringdienst unterhält. Dies lässt sich Lieferando auch bezahlen. Bei Lieferung durch den Anbieter werden 30 Prozent des Umsatzes als Provision fällig. Wenn Lieferando die Bestellung nur vermittelt und der Gastronom selbst ausliefert, werden 13 Prozent fällig.

Die regionalen Start-Ups gibt es seit Anfang des Jahres

Inzwischen gibt es regionale Gegenbewegungen, die der bundesweiten Monopolstellung von Lieferando entgegentreten wollen. Auch in der Metropolregion gibt es zwei dieser Start-Ups. Lieferpipa und Lieferfee sind seit Anfang des Jahres auf dem Markt, um den Gastronomen eine Alternative anzubieten.

So bietet Lieferpipa eine übersichtliche App und arbeitet aktuell mit 60 Partnern in und um Nürnberg zusammen. Bisher liefert Lieferpipa nicht selbst, sondern die Restaurants kümmern sich darum. Ende des Jahres soll das Angebot mit einem eigenen Bringdienst ergänzt werden.

Lieferfee hingegen liefert bereits jetzt schon mit einem eigenen Lieferdienst aus, welcher sich nicht nur auf die Gastronomie beschränkt. Hier arbeitet das Start-Up mit Einzelhändlern zusammen, um während des Lockdowns die Kunden mit Einkäufen zu beliefern. Aktuell arbeitet Lieferfee mit 45 Partnern zusammen. Bestellungen werden aktuell über die Homepage abgewickelt, eine App soll in Kürze erscheinen. Hier wird innerhalb des Nürnberger Rings geliefert.

Beide regionalen Anbieter haben einiges gemeinsam. Sie verlangen weniger Umsatzprovision als Lieferando. Dazu können Änderungen an der Speisekarte oder an den Preisen schneller umgestellt werden. Sowohl Lieferfee als auch Lieferpipa wollen ihr Angebot in Zukunft vergrößern.

Die Gastro-Branche leidet stark unter Corona

Frank Walther, Nürnberger Gastronom des Klosters, hat sich bewusst für Lieferfee entschieden. Die Vorteile beim regionalen Anbieter sieht Walther darin, dass er Änderungen selbst vornehmen kann und die Unternehmen in der Region verankert sind. Abseits der Apps und Portale kann man bei ihm direkt anrufen und bestellen. Das indonesische Essen kann auch einfach in der Oberen Wörthstraße 19 abgeholt werden.


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Ganz ohne Provision arbeitet eine Suchmaschine für Restaurants: Pepperfox ist ein in der Region gegründetes Google für Hungrige. Hier kannst Du nach Deiner Postleitzahl suchen und findest alle Restaurants die Essen zum Abholen oder Liefern anbieten. Hier werden auch Mindestbestellmenge und die jeweiligen Lieferkosten angezeigt. Gastronomen können dort ihre Daten eintragen um gelistet zu werden. Der Gründer von Pepperfox möchte damit die Gastronomie während der Krise unterstützen und bietet den Dienst kostenlos an. Dies ist gerade während der Pandemie und den Schließungen wichtig. Frank Walther hat beispielsweise 85 Prozent Umsatzrückgang mit seinem Kloster zu beklagen. Und damit steht er nicht allein da, denn die ganze Branche leidet stark unter dem Lockdown.

Rainer Bayer