Die Gruppe Overzone covert Tänze und führt sie in der Nürnberger Innenstadt auf.
© Overzone
feine Stadt
22.09.2022, 12:47 Uhr

Overzone: Diese Tanzgruppe begeistert Nürnberg durch K-Pop

Sophie (17), Yoko (18) und Ally (18) sprechen mit uns über die K-Pop-Covergroup Overzone. Die Gruppe covert die aufwändigen und häufig komplizierten Tänze und führt sie in der Nürnberger Innenstadt auf. Auf YouTube, TikTok und Instagram hat die Gruppe bereits einige Fans gefunden. Erst letzten Monat hat die Gruppe ihr 3-Jähriges bestehen gefeiert.

OVERZONE

K-Pop wird immer beliebter, auch in Deutschland. Der Erfolg von Gangnam Style von PSY und der Gruppe BTS in den letzten Jahren ist wohl nicht zuletzt Grund für immer mehr begeisterte Anhänger:innen des Genres. K-Pop lernten Sophie, Ellie und Yoko im Jahr 2016/2017 kennen und seit dem sind sie begeisterte Hörer:innen und Fans. Besonders die Musikvideos sind beeindruckend, meist laut und bunt. Ein wichtiges Merkmal: Die Choreographien. Ausgezeichnet durch präzise und möglichst synchrone Bewegungen stellen sie eine ganze eigene Herausforderung zu meistern dar. Auch die Konzepte der Gruppen sind bis aufs kleinste Teil geplant und angepasst.

Dieses Mal hat sich die Gruppe aus Nürnberg an das Cover der K-Pop-Gruppe Purple Kiss gewagt.

Gegründet haben die Gruppe Justin und Eve, die begeistert von K-Pop und den aufwendigen Choreos waren und sich selbst daran wagen wollten. Gemeinsam tanzten die beiden das erste Mal 2019 gemeinsam in der Öffentlichkeit und veröffentlichten im August des selben Jahres das erste YouTube-Video - "Man könnte auch sagen, das war das Debut von OVERZONE", erzählt Sophie. Sie ist seit April 2020 dabei und damit eine der Ersten, die der Gruppe von außen beigetreten ist. Durch K-Pop-Partys und in ihrem Umfeld fanden die Gründer:innen immer mehr begeisterte Menschen, die sich an die verschiedenen Choreos wagen wollten. Und so kam nicht nur Sophie, sondern auch Ellie und Yoko zu der Gruppe. Die tanzbegeisterten Mädchen stecken viel Zeit und Mühe in das Erlernen der Tänze. Auch das Styling passt bei ihren Auftritten zu den ausgewählten Choreos.

Viele der Mitglieder:innen hatten bereits Tanzerfahrung als sie sich entschlossen der Gruppe beizutreten. Um in die Gruppe aufgenommen zu werden, müssen Interessierte eine Audition bestehen. "Der Vibe ist aber sehr entspannt" sagt Yoko, Angst muss man also nicht haben. Während die Gruppe zu Beginn nach Mitgliedern suchte, führten sie aufgrund des hohen Interesses nun die Auditions ein. Daran merkt man, dass die Popularität des Genres steigt. Während man früher noch schräg angeschaut wurde, wenn man von Koreanischer Popmusik und Songs wie Shinee's "Ring Ding Dong", Big Bangs "Liar" oder T-Ara's "Day by Day" sprach, kann man sich heute an den Songs von Blackpink, BTS und Purple Kiss gemeinsam erfreuen - und hört den ein oder anderen Song auch mal im Radio. Wenn auch manche Radiomoderatoren vom K-Pop-Trend nicht allzu begeistert sind - man erinnere sich an den Fall des Bayern 3 Moderators Matthias Matuschik - lässt sich die Welle, die nun auch endlich in Franken angekommen ist, nicht aufhalten.

K-Pop in Public

Es braucht Mut in der Öffentlichkeit zu tanzen und nicht jeder möchte sich dieser Herausforderung stellen. Besonders am Samstag mitten in der Nürnberger Innenstadt ist einiges los. "Ich freue mich aber, wenn wir Samstags drehen und viele Zuschauer:innen haben" sagt Sophie. Während sie es liebt vor Publikum zu tanzen, ist Yoko eher zurückhaltend. "Nach dem ersten Mal habe ich am ganzen Körper gezittert" erzählt sie. Trotzdem macht es Spaß, ohne Zweifel. Passant:innen reagieren verschieden: von Begeisterung bis Missachtung ist alles dabei. Auch laufen Leute immer wieder einfach mitten durch die Gruppe durch. Filmen tut meist der Gründer der Gruppe, Justin. Er sorgt auch für das Marketing, veröffentlicht die Videos auf TikTok und YouTube. Hier hat die Gruppe schon einige Fans gefunden, die begeisterte Kommentare unter den Videos und TikToks hinterlassen, die K-Pop-Community unterstützt sich gegenseitig und feuert sich an. Wie immer kommen auch hin und wieder Kommentare, die nicht so friedlich gesinnt sind. "Einfach ignorieren" rät Ally. "Oft verteidigen uns die Leute in unserem Namen sogar." Der Gruppe machen die Kommentare nichts aus, denn darüber machen sie sich keine Sorgen. Bösen Kommentaren von Fremden im Internet, solle man keine Beachtung schenken.

Was die Mitglieder:innen von Overzone K-Pop-Begeisterten mitgeben möchten? "Wir bekommen häufig Kommentare unter unsern Posts, warum es denn in bei ihnen nicht so etwas gebe" erzählt Ally. Diesen Leuten möchte sie raten: Einfach selbst machen! Wie Justin und Ife, die Begeisterung für K-Pop nutzen und Menschen versammeln, die diese Begeisterung kennen. Gemeinsam tanzen und die Freude für dieses Musik-Genre teilen.


Alles, was du über "Hallyu" wissen solltest

fein leben
13.09.2022, 15:18 Uhr

K-Pop, K-Beauty, K-Fashion: Was du über "Hallyu" wissen solltest

Milena Matticka