Die vegane Bowl im Shekamu Nürnberg kommt mit "Hühnchen" aus Erbsenprotein, Safran-Limetten-Marinade, Wildkräutersalat, Walnüssen, Berberitzen und mehr.
© Andrea Munkert
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Neu in Nürnberg: Shekamu

Shekamu - klingt niedlich, oder? Im Persischen ist das der Begriff für jemanden, der nicht genug kriegen kann, ein Nimmersatt eben. Zu eben einem solchen Shekamu will Dich Du das gleichnamige neue persische Restaurant machen, das Du seit wenigen Wochen in der Tafelfeldstraße 51 in Nürnbergs Südstadt findest.

Die Leuchtreklame lässt keinen Zweifel zu: Hier sollen echte Schlemmermäulchen in den vollen Genuss kommen. In diesem kleinen, cleanen Restaurant, in dem elegantes Schwarz die Tische bestimmt und die Speisen dadurch so richtig zum Leuchten bringt, prangt in Neonblau die Frage: "Are you a shekamu?" - quasi: "Bist Du ein/eine Nimmersatt?"

Entdeckungsfreudige fremder Küchen und natürlich alle Liebhabende der persischen Küche kriegen hier landestypische Gerichte in neuem Gewand.
Andrea Munkert

Inhaber Behzad Fardi-Tehrani und seine Frau sind herzliche Gastgeber, ein Pärchen Mitte 20/Anfang 30, das gleichermaßen strahlt - obwohl an diesem Samstagabend alle Innen- und Außenplätze besetzt sind. Er liebt die persische Küche, ihre Gewürze, die Kräuter, die Art und Weise, wie das Fleisch landestypisch zubereitet wird.


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Die frischen Kräuter, im Persischen Sabzi genannt, kommen mit ein paar Radieschen und einer Art Feta ins Lavash, einem Weißbrotfladen.
Andrea Munkert

"Mir ist es wichtig, zu zeigen, dass die persische Küche auch etwas für Menschen, die vegan leben, sein kann", sagt der junge Inhaber, dem das Gegenüber ansieht, wie sehr er sich über seinen Laden und die Gerichte freut. Behzad Fardi-Tehrani will die persische Küche modernisieren, sie quasi sowohl optisch als auch kulinarisch ins Jetzt holen. Denn üblicherweise wird dort viel Fleisch in Form von Kebap serviert, üppig und so gar nichts für Menschen, die auf Fleisch verzichten wollen. Deswegen will er in seinem cleanen und fresh gehaltenem Restaurant die landestypischen Gerichte auch für Vegetarierinnen und Veganer öffnen. Er führt das Restaurant als Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Mutter, die die Küche im Griff hat.

Die Vorspeise "Kashke Bademjan" - gegrillte und gehackte Aubergine mit Knoblauch, gebratenen Zwiebeln und Walnüssen an einer Kashk-Soße (auf Basis getrockneter Joghurtmasse) - kannst Du Dir hier auch in Vegan bestellen. Auch die Teigtaschen Sambusa gibt es in einer würtschen- oder fleischhaltigen oder in einer veganen Version mit Kartoffel.

Fardi-Tehrani kennt die Besonderheiten von Klein auf: Seine Eltern führen Omas Laden, den einzigen Laden mit persischen Waren in Nürnberg, der direkt neben dem neuen Restaurant liegt. Er sitzt also an der Quelle, denn die persischen "Sabzi", die Kräuter(mischungen), zum Beispiel finden sich so in keiner anderen Küche wieder.

So kennt man die traditionelle persische Küche: Kubideh ist eine Speise aus zwei Hackspießen mit Lamm- und Rindfleisch, Djudje ist das persische Wort für Hühnchen. Beide Gerichte werden mit Safranreis sowie, klassisch, einer Tomate aus dem Ofen gereicht.
Andrea Munkert

Die persische Küche hat viel zu bieten. Shekamu will traditionelle persische Küche anbieten - aber ganz im Design der heutigen Zeit. Auf der Speisekarte soll demnach für jede und jeden etwas dabei sein - Veganer wie Fleischliebhaberinnen. Entsprechend ist das Angebot ausgerichtet: verschiedene Fleischspieße vom Grill, Safranreis, persische Sandwiches, leckere Desserts und frische Säfte. Als Hauptspeise kriegst Du hier "Kubideh", Kebap-artige Spieße aus Lamm- und Rinderhack mit Safranreis und gegrillter Tomate. Eine Alternative ist "Flying Djudje" (Djudje bedeutet Hühnchen) - Hähnchenflügel in Safran-Limetten-Marinade an Safranreis. Verschiedenes kriegst Du auch ohne Tierprodukt - frag einfach nach.

Spannend: Die Granatapfelkerne, Berberitzen und Sauerkirsche geben der veganen Bowl einen süßlich-säuerlichen Geschmack, den das "Quasi-Hühnchen" mit seiner sanften Note kristallisiert.
Andrea Munkert

Außerdem auf der Karte: die bunten und anregend aussehenden Bowls (auch vegan mit Erbsenprotein-Hühnchen) und dick bepackte, traumhafte Sandwiches. Lecker ist auch das Sir Torchi, in ihrer Schale eingelegte Knoblauchzehen, die als Appetizer oder Beilage funktionieren.

Die Nachspeisen sind nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch eine interessante, überraschende Kombination an lieblichen und nussigen Noten: Als Magenschließer wird Dir zum Beispiel Sonati-Sandwich angeboten - Safraneis mit Pistazien, etwas Rosenwasser (ein Must-have in jeder persischen Küche) und knackigen Sahnestückchen zwischen zwei runden schwarzen Waffeln. Auch Glasnudeleis kannst Du hier testen.

Clean, modern, elegant und hip: So sieht es im neuen Shekamu aus.
Andrea Munkert

Bald will Fardi-Tehrani seinen Gästen noch ein original und dennoch modernes persisches Frühstück anbieten. Geöffnet ist die Tafelfeldstraße 51 täglich außer dienstags von 12 Uhr bis 22 Uhr.

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