Die Küche der Levante arbeitet mit vielen Gewürzen. 
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Neu in Nürnberg: Levantine

Das orientalische, länderübergreifende Ambiente im Restaurant Levantine sticht sofort ins Auge: Bunte Kissen und Teller aus der Türkei, Bilder aus dem Libanon, Artefakte aus Israel und Fliesen aus Marokko. „Wir haben versucht, möglichst viele Kulturen abzubilden“, sagt John Schwarze. Der 42-Jährige ist der Geschäftsführer des Betriebs. Seit Mitte Dezember hat das Restaurant in der Schottengasse in Nürnbergs südlicher Innenstadt geöffnet und bietet mit der levantinischen Küche ein besonderes Gastronomieerlebnis. Denn die levantinische Küche bieten in der Stadt noch das Restaurant Tel Aviv-Jaffa – seit zehn Jahren in der Spohrstraße – und das Restaurant Levi im neuen Leonardo Royal-Hotel an.

In diesem Fachwerkhaus in Nürnberg ist das neue Restaurant beheimatet.
Stefan Hippel

In einem klassischen Fachwerkhaus der Altstadt, zwischen einem Bratwurstladen und einem japanischen Restaurant, setzt das Levantine auf einen Food-Trend aus Nahost. Levante ist die historische Beschreibung für eine Region am östlichen Mittelmeer: Palästina, Syrien, Libanon, Israel, Türkei oder Zypern fallen darunter. „Levante ist auch eine Mischung von Kulturen und die dazugehörige Küche nimmt aus all diesen Ländern etwas mit“, erklärt Suat Sekmen, Mitarbeiter und Koch der Levantine. „Wir achten darauf, dass sich die verschiedenen Regionen in einem ausgeglichenen Verhältnis auf der Speisekarte wiederfinden.“

Viele Gewürze, nichts Tiefgefrorenes

Charakteristisch für die levantinische Küche ist der aromatische Flair. Viele Gewürze, Kräuter und stark orientalische Akzente gehören dazu. Kümmel, Minze, schwarzer Pfeffer, getrocknetes Basilikum oder Chili geben den Gerichten seinen intensiven Geschmack. „Außerdem legen wir einen hohen Wert auf regionale und frische Zutaten“, sagt Schwarze, „wir kaufen weniger ein, dafür aber jeden Tag“. Tiefgefrorene Ingredienzien hätten bei levantinischem Essen nichts verloren.

Spaß bei der Arbeit: Das Team des Levantine in der Schottengasse.
Stefan Hippel

Schwarze und Sekmen sind ein eingespieltes Team. Vor 20 Jahren haben sie sich an der Universität in Wien während des BWL-Studiums kennengelernt. Aufgewachsen sind sie in Mittelfranken. Die beiden bezeichnen sich als leidenschaftliche Köche und bringen viel Erfahrung aus der orientalischen Küche mit. Vor kurzem haben sie noch ein Restaurant unter dem gleichen Namen in Erlangen betrieben. Die Pandemie und die hohe Miete haben sie dazu gezwungen, ihren Standort nach Nürnberg zu verlegen. „Das war eine harte Zeit“, erzählt Schwarze, „aber wir haben weitergekämpft“. Nur durch Zufall sind Schwarze und Sekmen auf ihre jetzige Location gestoßen. „Die Vermieterin ist uns wirklich sehr entgegengekommen und hat uns so erst alles ermöglicht“, sagt Schwarze. Für die ersten vier Monate sind die Gastronomen von der Miete befreit. „Das bedeutet uns unglaublich viel.“

Im Ambiente des neuen Restaurants vereinen sich viele Kulturen  - in einem alten fränkischen Areal. 
Stefan Hippel


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Das Konzept aus Erlangen haben Schwarze und Sekmen mit nach Nürnberg genommen. Die Vorspeise, die in der Region „Meze“ genannt wird, nimmt einen hohen Stellenwert im Restaurant Levantine ein. Auf den Tisch kommt eine bunte Auswahl aus vielen kleinen Gerichten: Handgemachte Zucchini-Puffer, Paprika-Crème mit gerösteten Walnusskernen oder pürierte Kichererbsen mit Kartoffeln, Zwiebeln und Sesamöl sind nur eine kleine Auswahl aus der Speisekarte. Anders als in der deutschen Esskultur bestellt hier nicht jeder für sich selbst. „Die Meze ist ein Gemeinschaftsessen, das untereinander geteilt wird – das gehört zur Kultur dazu“, sagt Sekmen. Daher kommt es auch vor, dass man mehrere Stunden bei der Vorspeise verbringt. „Das ist ein Essen zum Genießen“, erzählt Schwarze.

Hier entdeckst Du die Bilder zum Levantine

Das Levantine bietet neben Fleischoptionen wie in Butter geschmortes Hähnchen oder traditionellen Hackfleischgerichten auch viele vegetarische und vegane Hauptgerichte an. So lassen Okraschoten in Tomatensoße, grüner Bohneneintopf mit orientalischem Reis und gebratenes Gemüse mit Hummus das vegane Herz höherschlagen. „Wir sind sehr beliebt bei Veganern“, sagt Schwarze. Sein Geschäftspartner Sekmen ergänzt: „Wir haben für jeden etwas da – es ist auch möglich, sich sein Menü, je nach Wunsch, individuell zusammenzustellen.“ Zum levantinischen Essen gehört typischerweise der Hauswein aus Anatolien oder ein Glas Raki, ein türkischer Anis-Likör, der als Aperitif oder verdünnt mit Wasser und Eis getrunken wird.

Im Levantine kannst Du Dich mit vielen kleinen Speisen durch die Speisekarte probieren. 
Stefan Hippel

Die levantinische Küche, die sich aus verschiedenen Esskulturen zusammensetzt, müsse man beherrschen, betont Schwarze: „Das kannst du nicht einfach kopieren, dafür können wir zum Beispiel kein deutsches Essen kochen“. Trotzdem sei es schwer unter den aktuellen Corona-Auflagen, ein neues Restaurant in Nürnberg zu eröffnen. „Wäre die Vermieterin nicht auf unserer Seite, würde das nicht klappen.“ Dennoch schaut Schwarze optimistisch in Richtung Zukunft: „Ich bin ein positiver Mensch und ich bin überzeugt davon, dass wir die Nürnberger von unserem Essen begeistern können.“


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