Manuel Di Francesca ist in der neuen Falco Manufaktur für die Pasta zuständig.
© Michael Matejka
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Neu in der Gastro: Falco Manufaktur

Zwischen Sexshops und Großraumdiskos. Die Nürnberger Luitpoldstraße hatte über viele Jahre hinweg keinen allzu guten Ruf. Dank umtriebiger Gastronomen hat sich die Straße inzwischen zu einer kulinarischen Flaniermeile entwickelt. Jüngster Zugang: Die „Falco Manufaktur“.

Die Luitpoldstraße mit der Hausnummer 12 stand früher als Striplokal ganz im Zeichen der Farbe Rot. Heute ist es hier einfach nur bunt. Und nicht nur, wenn man die riesige Streetart an der Wand betrachtet. In der "Falco Manufaktur" sitzen Freundinnen und Familien, Kollegen nach Dienstschluss und Touristen, Jüngere und Ältere bei Pizza und Pasta zusammen.

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Feines Futter: das alois in Nürnberg

Stereotype gibt es hier nicht. Egal, ob man in dem mit viel Kreativität und stylischen Details gestalteten, großzügigen Gastraum sitzt oder im Außenbereich mit den hohen Kirschlorbeer-Büschen, die gleichsam eine grüne Wand zur Straße bilden. "Wir wollen alle erreichen", wie es Francesco Falco formuliert. Seit wenigen Wochen betreibt der 54-Jährige mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Giovanni das Restaurant mit angeschlossener Bar, das bisher so seinesgleichen in Nürnberg suchte.

Andrea Di Tommaso hat die Pizzen in der Mache und im Blick.
Michael Matejka

Da wäre zunächst das Essen: Das erweist sich als kulinarische Hommage an die neapolitanische Heimat der beiden. Die Pizza-Karte liefert nur auf den ersten Blick Gewohntes und wird zur genussvollen Überraschung. Obwohl der gelernte Koch Francesco Falco, der unter anderem auch das kleine "Falco Ristorantino" in St. Johannis betreibt, "nur einfache Gerichte schön angerichtet, zu fairen Preisen" anbieten will.

Cleanes, stylisches Ambiente herrscht in der Luitpoldstraße 12 vor. 
Michael Matejka


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Eine sympathische Untertreibung. Auf die Pizza etwa kommen ausschließlich Bio San Marzano Tomaten und Fior di latte - ein spezieller Mozzarella aus Kuhmilch, der traditionell in Neapels Pizzerien verwendet wird. Dieser hat mehr Fettgehalt und hält die 450 bis 480 Grad gut aus, auf die der gekachelte Pizzaofen in der offenen Küche angeheizt ist. Auf die Pizza "Salame" ( 8,90 Euro) kommt feine Fenchelsalami, auf der "Pancetta Manufaktur" (10,90 Euro) neben dem italienischen Bauchspeck Scamorza-Käse, Rosmarin und Pecorino.

Bei den Vorspeisen begeistert uns vor allem die Burrata mit Pesto und roter Beete, die Falco mit karamellisierten Cashewkernen und Walnüssen an Radicchio hübsch anrichtet (10,90 Euro). Die ausgesuchten Pasta-Gerichte (9,90 bis 14,90 Euro) stehen nicht umsonst unter der Rubrik "Al Dente", denn in Neapel haben die eben ordentlich Biss. Ein Genuss zum Beispiel bei den "Paccheri con Ragu" (14,90 Euro): Das so genannte weiße, da auf Weißweinbasis und ohne Tomate zubereitete, Kalbfleisch-Ragu hatte offensichtlich ordentlich Zeit und überzeugt butterzart an Frühlingszwiebeln.

Bliebe noch die Bar, die im Raum gegenüber liegt und zum "Restaurant-Bar"-Konzept der Brüder gehört. Auch hier setzt sich die stylische Handschrift mit riesigen blauen Glasleuchten und einem Flaschenregal bis unter die Decke fort. "Wir wollen aber keine klassische Nacht-Bar sein", wie Giovanni Falco betont. Vielmehr gehe es um "Day-Drinking", eine coole Location zum Beispiel nach einem langen Arbeitstag, so der jüngere Falco. Er betreibt seit 2017 in Port d'Andratx auf Mallorca auch eine Diskothek. Doch die ist wegen der Corona-Pandemie seit mehr als 500 Tagen geschlossen...

Eine Hommage an ihre neapolitanische Heimat: Die wollen die Falco-Brüder mit Falco Manufaktur in Nürnberg spreaden. 
Michael Matejka

Für die Luitpoldstraße unterdessen ist die "Falco Manufaktur" ein Glücksfall. Denn mit ihr bekommt die Meile kulinarisch auch einen neapolitanischen Touch - und dabei ganz viel Großstadtflair.


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Irini Paul