Bald sind die Hörsäle an der FAU wieder voll. Doch sind die Räumen dann so kalt, dass Studierende eine Jacke brauchen?
© Peter Kneffel, dpa
fein leben
04.10.2022, 14:30 Uhr

Mit Winterjacke und Maske im Hörsaal? Das erwartet Dich zum Semesterbeginn an der Uni

Energiesparen ist auch für die Universität in Nürnberg und Erlangen Thema. Und bei den Corona-Maßnahmen gibt es zum Semesterstart ebenfalls neue Regelungen. Auf das müssen sich Studierende jetzt und in den kommenden Monaten einstellen.

Das Semester hat begonnen und die Studierenden sitzen wieder in den Hörsälen, Seminarräumen und der Bibliothek. Die Universität hat riesige Gebäudekomplexe, die vor allem während des laufenden Semesters viel Strom und Energie verbrauchen. Die Räume müssen geheizt werden, in den Vorlesungen laufen Beamer und zahlreiche Laptops und vor allem in den Laboren und bei der Forschung benötigen die Gerätschaften viel Energie.

Für die knapp 250 Gebäude mit 680.000 Quadratmetern Nutzfläche verbraucht die FAU im Jahr für Strom 68 Gigawattstunden, für Wärme 78 Gigawattstunden und für den Erdgas-Verbrauch 22 Gigawattstunden. "Angesichts der europaweit bestehenden Unsicherheit hinsichtlich der Energieversorgung in den kommenden Monaten bereitet sich die FAU auf einen möglichen Energieengpass vor", erklärt eine Sprecherin der Universität.

Um Energie einzusparen wurde ein konkreter Maßnahmenplan entwickelt. Der besteht zum einen darin, alle FAU-Angehörige über die Plattform "FAU spart Energie" mit Tipps zum sparsamen Umgang mit Heizung, Strom und Licht im Unibetreib zu versorgen. Diese reichen beispielsweise von "Türen schließen, Stoßlüften statt Dauerlüften über gekippte Fenster" über "Monitorhelligkeit auf 50 bis 75 Prozent senken (spart über 25 Prozent Energie), Zweitbildschirme ausschalten" bis zu "Tiefkühlgeräte statt auf -80 Grad auf -70 Grad (28 Prozent Einsparung)". Die Plattform bietet die Möglichkeit, selbst Tipps und Ideen zum Energiesparen hinzuzufügen.

Bei 19 Grad in der Vorlesung

Außerdem arbeite die FAU mit einem Fünf-Stufen-Plan, um auf aktuelle Entwicklungen flexibel und kurzfristig reagieren zu können, wie eine Sprecherin angibt. Die Stufen eins und zwei sind momentan schon in Kraft. Das bedeutet, dass in allen Bereichen die Maßgabe „Absenken, Optimieren, Abschalten, Organisieren und Informieren“ angewandt wird.

Vor allem die Geräte in den Laboren brauchen viel Energie. 
IMAGO/Ralph Lueger

Dazu gehört zum Beispiel, dass es bei den meisten Waschbecken kein warmes Wasser zum Händewaschen mehr gibt, außer es ist aus hygienischen Gründen dringend erforderlich. Nächtliche Außenbeleuchtung von Gebäuden und auf dem Gelände ist aufgeschaltet beziehungsweise den Sicherheitsvorkehrungen entsprechend angepasst. Treppenhäuser, Lagerräume, Flure und ähnliches werden seit Anfang September nicht mehr beheizt. Die Temperatur in anderen Räumen wird runterreguliert. In den Hörsälen und in der Bibliothek hat es jetzt nur noch 19 Grad. Also besser den dicken Pulli anziehen beim Bib-Besuch. Außerdem sind in Büros Geräte wie Ventilatoren oder Heizlüfter untersagt. Andere Elektrogeräte sollten während Pausen und außerhalb der Dienstzeiten immer komplett ausgeschaltet werden.

Im Notfall droht die Schließung

Des weiteren werden Maßnahmen analysiert, "die sich kurzfristig umsetzen lassen und eine große Wirkung haben", so die Sprecherin. Das reiche von einer optimierten Raumbelegungsplanung bis hin zu Überlegungen, bestimmte Bereiche nur unter der Woche oder nur zu bestimmten Zeiten zugänglich zu machen. Momentan haben die Maßnahmen keine Auswirkungen auf Vorlesungen und Lehre.

Doch die nächsten Schritte laut des Fünf-Stufen-Plans wären dann umfassende Einschränkungen bei der Nutzung von Gebäuden bis hin zur Schließung. Eine Stilllegung des Universitätsbetriebs bei Stufe fünf wäre dann die allerletzte Option. Die FAU arbeitet aber "höchst intensiv darauf hin, dass selbst die dritte Stufe nicht in Kraft treten muss", versichert die Sprecherin. "Wir setzten alles daran, den universitären Betrieb den ganzen Winter über ohne größere Einschränkungen fortzusetzen – das gilt auch und vor allem für die Lehre in Präsenz."

Maskenpflicht an der FAU abgeschafft

Auch die Corona-Pandemie steht dem Uni-Betrieb in Präsenz nicht mehr im Weg. Vor allem aufgrund der hohen Impfquote und der milder verlaufenden Omikron-Variante hält die Uni ein Semester ohne Corona-Einschränkungen auch in Präsenz für vertretbar. "Restriktive Vorgaben werden daher abgelöst durch Eigenverantwortung und Selbstschutz" so Joachim Hornegger, der Präsident der FAU, in einem Schreiben an die Mitarbeitenden und die Studierenden.

Zeiten wie diese sind vorbei. Im Wintersemester ist die Maskenpflicht aufgehoben und jeder Platz darf wieder besetzt werden. 
Tesson/Andia.fr via www.imago-images.de

Die Pflicht zum Maske tragen wird aufgehoben. Nur bei den laufenden Prüfungen bis zum 14. Oktober ist sie noch Vorschrift. Jedoch empfiehlt die Universität weiterhin eine Maske zu tragen, wenn viele Menschen im geschlossenen Raum zusammenkommen. Also Beispielsweise in einem vollem Hörsaal. Hast Du Erkältungssymptome solltest du lieber zuhause bleiben. Masken stellt die FAU füür Studierende und Angestellte nicht mehr zur Verfügung.

Auch Abstände müssen nicht mehr eingehalten werden. In der Bibliothek und in der Vorlesung kann also wieder auf jedem Platz jemand sitzen. Allerdings sollten regelmäßig die Fenster geöffnet werden. Es wird empholhen, in Besprechungs- und Seminarräumen alle 20 Minuten für etwa drei Minuten zu lüften. Auch nach den Vorlesungen sollten die Fenster und Türen geöffnet werden. Dann aber Heizung aus! Zusätzlich sind alle Hörsäle, Seminarräume, Computer-Räume und Lesesäle mit Lüftungsanlagen ausgestattet.

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Alena Specht