Das Heizhaus Nürnberg lädt Dich zu viel Action ein: einem Wochenmarkt mit speziellen (Nürnberger) Produkten oder auch zu Partys beispielsweise.
© Moritz Schlenk
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Lieb Deine Hood: Das Heizhaus Nürnberg

Direkt unterm Quelleturm hat die Subkultur einen Hafen gefunden. Du kennst es, du liebst es: Im Heizhaus in Eberhardshof gehen während einer Woche viele tolle Sachen über die Bühne - ein Wochenmarkt, Künstlertreffs und sonntags das wundervolle Künstrasen mit easy peasy Musik vieler richtig guter DJs, früher auch nachts Partys. Wir lieben diese Hood - und stellen sie Dir deswegen vor.

Familiär. Ein Wort, welches man hier, direkt unter dem altehrwürdigen Quelleturm, montags sehr häufig hört. Seit Ende Juni 2021 residiert unmittelbar vor dem Heizhaus zum Wochenstart in der Wandererstraße 89 ein dreistündiger Markt. Immer Montags von 16 Uhr bis 19 Uhr.

Das Heizhaus bietet seit 2018 in Nürnberg-Eberhardshof Raum für Kunst- und Kulturschaffende. Früher war hier die Werksfeuerwehr untergebracht. Verwaltet wird das Projekt vom Verein Quellkollektiv e. V. Der Verein sieht sich als Netzwerk von Kreativen und versteht sich als „Zukunftslabor für Gesellschaft, Kultur und Technologie“. In den Räumen finden sonst unter anderem gemeinnützige Veranstaltungen statt.

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Regional und bio

So ist es kaum verwunderlich, dass die Bezeichnung „Markt“ nur oberflächlich auf das montägliche Treiben zutrifft. Denn: Der Wochenmarkt, der sich durch regionale und fast ausschließlich Bio-Produkte auszeichnet, hat weit mehr aufzubieten als ein gewöhnlicher Handelsplatz.

Das beginnt schon bei den Öffnungszeiten. Während andernorts am späten Nachmittag die Ladentheken hochgeklappt werden, beginnt das Treiben unter dem Quelleturm nachmittags erst ab 16 Uhr. „Wir wollten einen Markt und Treffpunkt schaffen, an dem die Menschen auch nach Feierabend ganz gemütlich zusammenkommen können“, betont Initiatorin, Marktleiterin und Vorständin des Quellkollektivs, Sarah Schwerda. „Hier in der unmittelbaren Umgebung gibt es keinen richtigen Stadtteilmarkt, das wollten wir unbedingt ändern.“

Chillig: Das Areal des Heizhauses hat den speziellen Charme. 
Moritz Schlenk

Zwischen vier und sechs Stände sind jeden Montag hier. Neben „dem, was gerade auf dem Acker wächst“, wie Bio-Bauer Tristan Billmann sein Gemüse der Saison nennt, gibt’s Bio-Brot vom Hutzelhof und frische vegane Waffeln. Die Idee eines wöchentlichen Marktes habe es schon seit einigen Jahren gegeben, blickt die Marktleiterin zurück. Die Realisierung im Juni dieses Jahres sei vor allem als Impuls und Lichtblick nach der von Corona geprägten Zeit gedacht.

Eine lockere und angenehme Atmosphäre prägt das Areal. Ganz nebenbei finden direkt angrenzend montäglich auch kreative Workshops statt, die gerne ausprobiert werden dürfen. „Stadtteilwentwicklung“ ist Stichwort und zugleich Ziel des Marktes. Man wolle vor allem eine soziokulturelle Begegnungsstätte für die Nachbarschaft im Viertel schaffen, erklärt Initiatorin Schwerda.

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Eine, die auch Denise Fischer zu schätzen weiß. Sie ist seit Anfang an für den Gostenhofer Unverpacktladen dabei und bietet unter anderem vegane und regionale Seifen sowie inklusiv hergestellt Bürsten an. „Die Leute hier sind alle unfassbar nett“, fasst Fischer ihre bisherigen Gespräche zusammen. Gerade plauscht sie mit Mirjam Bursties, die Reste ihrer süßen Waffel am Stiel schnabuliert. Bursties ist das erste Mal vor Ort und bereits hin und weg von den veganen Waffeln. „Vorhin hab ich bereits eine herzhafte mit Lauch, getrockneten Tomaten und Pflaumensoße gegessen“, gibt sie lachend zu.

Kunst und Kreative sind allgegenwärtig im Heizhaus. 
Jo Seuß


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Auch das Ehepaar Jochen Nußbaum und Anja de Bruyn ist auf Anraten des Sohnes das erste Mal hier. Die beiden gehören eher zum „älteren“ Teil des überwiegend jüngeren Publikums. „Total nett und chillig“, findet Anja de Bruyn den Markt. Sie gehe sehr gern auf Märkte. Der Charme des Treffpunktes vor dem Heizhaus sei jedoch ein besonderer. „Der Markt ist unkonventionell und einfach mal was anderes, nicht so bieder wie andernorts in Nürnberg“, vergleicht de Bruyn die Atmosphäre.

Auch wenn das Angebot auf dem kleinen Markt reichlich ist, herrscht dennoch eine gewisse Begrenzung. Eine, die Natalie Carl und Freundin Theresa Hämmerl besonders schätzen. „Die Beschränkung auf das Wesentliche, ohne immer ein komplettes Überangebot zu haben, das finde ich besonders schön“, meint Natalie Carl.

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„Die Wertschätzung und der respektvolle Umgang miteinander sind einmalig. Statt Hektik herrscht Ruhe und Entschleunigung, es wird einfach nett geplaudert“, so resümiert Christian Honig, der sein im Z-Bau selbst gebrautes Craftbier verkauft, den Umgang. „Klein, sympathisch. Einfach familiär und freundlich“ sei die Atmosphäre hier, fügt er noch an.

Btw: Sonntags findet hier im Sommer mit Künstrasen ab 16/17 Uhr ein Chill-Dich-Ein mit wechselnden DJs und noch viel mehr (sub-)lokalen Kreativen statt. Aber Achtung: Nur solange das Wetter noch mitspielt.

Moritz Schlenk