Korallen am Great Barrier Reef nahe Cairns im Nordosten Australiens.
© J. Sumerling/Great Barrier Reef Marine Park Authority/AP/dpa
fein leben
09.07.2022, 10:43 Uhr

Korallensterben auf der Welt - So kannst Du helfen

Die Korallenriffe der Welt sind seit Jahren in ernsthafter Gefahr und zu einem viel zu großen Teil bereits verblichen und abgestorben. Klimawandel, Wasserverschmutzung und Überfischung der Meere treiben das Korallensterben ständig voran. Wir haben ein paar Alltags- und Urlaubstipps zusammengestellt, mit denen Du einen Beitrag leisten kannst, um die Korallen zu schützen.

In a nutshell: Korallen

Korallenriffe werden auch die "Regenwälder der Meere" genannt. Sie sind für die marine Artenvielfalt und das Ökosystem der Meere unverzichtbar und regulieren die Wasserqualität und -temperatur. Es sind die größten Strukturen, die Lebewesen erschaffen können und bieten Pflanzen sowie Tieren reichlich Lebensraum. Doch nicht nur für Fische und Wasserpflanzen sind die Riffe ein immenser Schutz, sondern auch für uns Menschen. Denn Korallenriffe entziehen den Wellen Energie und funktionieren damit als natürlicher Küstenschutz. Daher übrigens auch der Name Great Barrier Reef.

Aber leider gibt es viel zu wenig Schutz von unserer Seite. Korallenriffe bleichen aus und sterben Tag für Tag ab. Müll in den Meeren, Fischfang und Tourismus befeuern das Aussterben, doch der verheerendste Faktor ist der Temperaturanstieg, durch den menschengemachten Klimawandel. Forscher:innen forsten mit aufwendigen Methoden zwar einige Riffe wieder auf, aber der Prozess der Regeneration dauert bedeutend länger, als der der Zerstörung.

Eine ausbleichende Koralle von der Küste der Malediven.
Andrea Munkert, NNZ

So kannst Du helfen

Vorneweg: Verzicht ist wie immer die Traumvorstellung einer jeden Koralle. Es gibt aber mittlerweile zu einigen Produkten eine ökologischere Alternative. Ein allgemein umweltbewusster Lebensstil ist natürlich wichtig, auch für die Korallen, aber auf ein paar Dinge kannst Du achten, die die bunten Unterwasserwelten direkter betreffen.

Von Zuhause: Achte auf Deine Hygiene- und Kosmetikprodukte. In Shampoos, Zahnpasta oder Seife befindet sich häufig Mikroplastik, das auch durch unsere Abflüsse auf lange Sicht in den Meeren landen kann. Bei Schmuck und Kosmetik ist es ähnlich. Alle klimaschädlichen Produkte, die sich auf Deiner Haut befinden, werden unter der Dusche abgewaschen und bleiben in den Abwässern. Das betrifft auch Sonnenschutzmittel, da sei zu biologischem oder selbstgemachten Sunblock geraten. Flüssigwaschmittel, Spülmittel oder Waschpulver können ebenso Mikroplastik enthalten. Apropos Waschen: Dabei können sich feine Mikrofasern aus beispielsweise Polyesterklamotten lösen und ebenfalls in die Abwässer gelangen. Also suche Dir Deine Haushalts- und Reinigungsmittel mit Bedacht aus und greife lieber zum ökologischen Äquivalent.

Gerade jetzt zur Festivalzeit sind Glitzersteine im Gesicht sehr beliebt, da bestehen aber leider auch die meisten aus Plastik. Hier gibt es genauso Alternativen aus weniger umweltschädlichen Ressourcen.

Ernährung: Das Beste wäre logischerweise auf Fisch und Meeresfrüchte zu verzichten und sich pflanzlich zu ernähren. Doch wenn Du mal eine Ausnahme machen willst, kaufe im besten Fall immer Fisch aus regionaler Herkunft. Kleiner Reminder: Es gibt im Wild- und Meeresfang zwar Siegel wie zum Beispiel das MSC-Label, gegen das es allerdings viel Kritik gibt, also ebensolche immer mit Vorsicht genießen.

Reisen und Urlaub: Massentourismus an Stränden ist für Meer und Korallen logischerweise der Overkill. Dennoch geht es für uns alle mal ans Meer und in der Urlaub. In diesem Fall ist es doppelt wichtig auf die Sonnencreme zu achten, denn direkter könnte der Schaden nicht sein. Ideal wäre fair produzierte Wasserbekleidung und ein Sonnenschirm.

Wenn sich dann Dein Urlaub dem Ende neigt und Du ein Souvenir für daheim brauchst, greif lieber zur Ansichtskarte als zur Korallenkette.

Zum Abschluss mal eine halbwegs gute Nachricht: Solltest Du tatsächlich in den Genuss eines Korallenriffs kommen, kannst Du durchaus einen Tauchgang unternehmen. Das Ganze aber eben verantwortungsbewusst. Also mit genügend Abstand und: nur gucken, nicht anfassen! So ist der beste Schutz geboten.

Korallen in der Chuuk Lagune in Mikronesien.
Unsplash - Marek Okon

Nicht alle Schäden an den Korallenriffen sind zwingend irreversibel. Es besteht eine kleine Hoffnung durch Wissenschaft und Technik, einige Riffs zu renaturieren. Trotzdem können wir uns nicht darauf ausruhen, dass das andere für uns übernehmen, sondern sollten je nach eigenen Möglichkeiten unseren Teil beisteuern.

Selbstverständlich kannst du auch an Organisationen spenden, die sich für Korallen- und Meeresschutz einsetzen. Zum Beispiel an beach cleaner. Unter beachcleaner.de kannst Du noch mehr Infos zu plastikfreiem Leben und weiteren Schutzorganisationen finden.


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