Gebackener Karpfen ist neben dem Schäufele eines der Traditionsgerichte in Franken.
© Gasthof Hammerschmiede
fein genießen
19.09.2022, 11:28 Uhr

Karpfenkrise: Fällt die Karpfensaison aus?

Seit September steht in vielen Gastwirtschaften der Karpfen endlich wieder auf der Karte. Die beliebte Flussgründlingsaison hat wieder begonnen. Doch die Vorfreude ist mit Vorsicht zu genießen, denn viele Probleme bestehen heuer, bis der Karpfen auf dem Teller landet - nicht nur die hohen Preise sind daran Schuld.

Steht der Karpfen auf der Speisekarte?

Karpfen und Filet - so viel zumindest ist sicher: Der Flussgründling steht auf vielen Speisekarten der üblichen Karpfenrestaurants wie dem Steichele in Nürnberg. Doch wie so viel anderes wird auch dieses Gericht deutlich teurer, als Du es vom vergangenen Jahr kennst. Gründe dafür gibt es einige.

Im Steichele in Nürnberg kostet ein normalgroßer Karpfen 15 Euro, abgerechnet wird wie üblich nach Gewicht.

Alles wird teurer - auch das Butterschmalz

Wie im Moment bei fast jedem Produkt, ist auch beim Butterschmalz der Preis ordentlich in die Höhe geschossen. Butterschmalz wird für die Zubereitung der fettigen Fische benötigt - und zwar reichlich. Warum der Preis gestiegen ist, sollte bekannt sein: steigende Futtermittelpreise sowie explodierende Energiekosten. Folge davon sind die ausnahmslos steigenden Verbraucher:innenpreise. Dazu kommt, dass die Produktion des Butterschmalzes generell sehr aufwendig ist. Das Schmalz wird logischerweise aus Butter gewonnen. Ein Stück Butter benötigt für die Produktion laut der Website des Milchindustrieverbandes 4,5 Liter Milch.

Motiv: Teichwirt und Fischotterberater Alexander Krappmann, Bedrohungen für den Karpfen, Karpfensaison Foto: privat
privat, NN

Wassermangel macht Fischschädlingen leichtes Spiel

Nicht nur Gastwirt:innen haben mit Problemen zu kämpfen - auch Teichwirt:innen, die den Karpfen züchten, haben es schwer. Die meisten Karpfenteiche speisen sich von Regenwasser - davon fehlte es in diesem Jahr an allen Ecken. Zudem hatten Nürnberg und Umgebung mit einer hohen Hitzewelle zu kämpfen. Karpfen lieben zwar die Wärme, trotzdem wurden ihnen die heißen Temperaturen und vor allem die lange Trockenheit zum Verhängnis. Aufgrund der darauffolgenden Wasserknappheit mussten einige Karpfen, um sie zu schützen, notabgefischt werden. Das wenige Wasser führte nämlich dazu, dass Feinde wie der Kormoran, der Fischotter und auch der Reiher leichtes Spiel hatten und einfacher an die Fische herankamen. Vielen Züchter:innen blieb letztendlich nur noch übrig, die Teiche abzulassen und die Karpfen notzuschlachten. Zudem kommt, dass der Kilopreis des Karpfens gewaltig gestiegen ist: Laut infranken hat dieser fast den der Regenbogenforelle eingeholt. Aus diesen Gründen musst Du in der beginnenden Saison mit einer höheren Rechnung planen, solltest Du einen Karpfen genießen wollen.


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