Lost places erzählen viele Geschichten, die darauf warten entdeckt zu werden.
© Khoa Võ (PEXELS)
fein rausgehen
22.01.2023, 08:40 Uhr

Grusel-Alarm: Diese 8 Lost Places in Süddeutschland musst Du sehen

Lust, verlassene Orte zu entdecken, in denen die Natur regiert? Wir zeigen Dir 8 Lost Places in Süddeutschland, in denen der Verfall nicht schöner sein könnte:

Altes Polizeipräsidium (Frankfurt a. M.)

Eine Lost place-Perle, die Du nur bis April bestaunen kannst. Danach rollen an der Friedrich-Ebert-Anlage 11 die Bagger an. Ein Großteil des Gebäudekomplexes des alten Polizeipräsidiums wird ab Mai abgerissen. 56.000 Quadratmeter Bürofläche und rund 450 Wohnungen sollen an der Stelle entstehen. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um diesen mystischen Ort zu entdecken, der viele Highlights hat. Schon die Außenfassade und der Eingangsbereich waren bis zum Auszug der Polizei vor gut 20 Jahren das Symbol für die Macht der Staatsgewalt. Außerdem erwarten Dich zwölf Zellen, eine Sauna, ein Boxring, eine Wache, die durchweg mit Graffitis besprüht ist sowie das Büro des Polizeipräsidenten. Hier kannst Du "Last-Minute"-Führungen buchen. Falls Du es bis Ende April nicht nach Frankfurt schaffen solltest, kannst Du Dir immerhin das Buch des Guides bestellen, in dem Du die Geschichten über diesen einzigartigen Ort nachlesen kannst.

Geisterbahnhof Olympiastadion (München)

In absehbarer Zeit nicht abgerissen wird der Geisterbahnhof Olympiastadion, da er unter Denkmalschutz steht. Um den Münchner Hauptbahnhof und die U-Bahn während der Olympischen Spiele 1972 zu entlasten, wurde der Bahnhof gebaut. Nach der Olympiade wurde der er sporadisch angefahren, beispielsweise wenn der FC Bayern im Olympiastadion seine Heimspiele austrug. Von 1988 an wurden Bahngleise, Bahnsteige und Bahnhofsgebäude sich selbst unterlassen. Seitdem haben sich die Natur und Künstler:innen das Gelände am Riesenfeld zurückgeholt. Statt Anzeigetafeln gibt es jede Menge Graffitis zu sehen. Da wo früher Züge rollten, ragen jetzt Baumstämme aus dem Gleisbett. Lust auf diese spannende Kulisse bekommen? Dann nichts wie hin in die bayerische Landeshauptstadt!

Völklinger Hütte (Völklingen)

Ein berühmtes Weltkulturerbe ist die Völklinger Hütte im Saarland. An der Rathausstraße 75-79 finden regelmäßig Kunstausstellungen, Theatheraufführungen und Konzerte statt. Natürlich kannst Du auch ohne konkreten Anlass in die kleine Stadt bei Saarbrücken fahren und Dir die beeindruckende Dauerausstellung im ehemaligen Eisenwerk anschauen. Während einer Führung für 17 Euro kannst Du neben dem Museum beispielsweise die Sinteranlage und die Gebläsehalle bestaunen, in denen bis 1986 Eisen in Hochöfen produziert wurden. Aktuell ist der Ort, der dieses Jahr 130-Jähriges feiert täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier kommst Du zum Ticket-Shop.

Bunkerwald Waldstetten (Schwäbisch Gmünd)

Ein paar Kilometer hinter der bayerisch-baden-württembergischen Grenze befindet sich der Bunkerwald Waldstetten. Von den ehemals 28 Bunkern kannst Du 25 bestaunen. Die massiven Bauten wurden von der damaligen amerikanischen Militärverwaltung 1951 errichtet. Sie sollten einen möglichen Angriff der Sowjetunion im Kalten Krieg standhalten. Mittlerweile haben sich an diesem Ort Fledermäuse eingenistet. Das örtliche Heimatmuseum bietet zweistündige Führungen durch die ehemalige Bunkerlandschaft „Staatswald“ an, der im Naturschutzgebiet „Erdrutsch 1988" liegt. Da die Wanderstrecke mitten im Wald liegt, empfiehlt das Museum Waldstetten festes Schuhwerk. Um eine Führung in der Nähe des Abenteuerspielplatz Wolfsgasse zu buchen, kontaktiere die 07171 - 10 42 296.

Hotel Waldlust (Freudenstadt)

Das Hotel Waldlust, das 1902 eröffnet und zahlreiche Könige wie Gustav V. von Schweden und Filmstars wie Mary Pickford beherbergte, befindet sich in Freudenstadt. An Freude war an diesem Ort im nördlichen Schwarzwald aber lange nicht zu denken, denn 1949 kursierte in der Presse das Gerücht, dass die Hotelinhaberin Adele B. ermordet in ihrem eigenen Zimmer aufgefunden wurde, eine Besitzerin mit diesem Namen gab es jedoch nie. Dennoch hielten sich in den folgenden Jahren zahlreiche Gruselgeschichten um das Luxushotel an der Lauterbadstraße 92, was nicht ungewöhnlich für einen Lost Place ist. Überraschend ist jedoch, dass sich einige Holzmöbel, Tapeten, Teppiche und Kronleuchter erstaunlich gut gehalten haben, als wären noch gestern Hotelgäste ein und aus gegangen. Vielleicht war auch das der Grund, warum der Film "Franky Five Star" vor zwei Jahren hier gedreht wurde. Wenn Du den Ort genauer unter die Lupe nehmen möchtest, kannst Du hier die Führungstermine einsehen.

Porzellan- und Lebkuchenfabrik (Arzberg)

An der Jakobsburg, in Arzberg findest Du gleich zwei Lost Places in einem. Zum einen gibt es eine kleine Lebkuchenmanufaktur, die vor rund 25 Jahren aufgegeben wurde. Ursprünglich lag an der Stelle ein kleiner Konditorladen, der aufgrund einer explodierenden Nachfrage entschied, seine Produktionskapazitäten enorm auszuweiten. Nur eine Tür weiter findest Du die berühmtere Porzellanfabrik, die von 1872 an existierte. Mit Beginn der Industrialisierung in Deutschland stellten die Mitarbeiter:innen jahrelang erfolgreich Teller, Gläse, Vasen und Co. her, die überregional vertrieben wurden. Da die Firmen, die hier ihre Porzellanwaren produzierten, preislich nicht mit der Billigkonkurrenz aus dem Ausland mithalten konnte, wurde der insolvente Produktionsstandort im Fichtelgebirge 2013 geschlossen. Heute sieht es in den Hallen so aus, als hätten Mitarbeiter:innen fluchtartig alles stehen und liegen gelassen. Zahlreiche verrostete Maschinen und zerbrochenes Porzellan erzählen viele Anekdoten aus über 140 Jahren Fabrikgeschichte. Wenn Du also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchtest, dann kannst Du hier eine Führung buchen.

Opelrennbahn (Rüsselsheim)

Ein Ort in Hessen, der müde über den Hockenheim-, Nürburg- und den Sachsenring lächeln kann. Denn bei der ovalen Rennstrecke, die 1919 von Adam Opel errichtet wurde, handelt es sich um die älteste in ganz Deutschland. Hier fand das weltweit erste 24-Stunden-Motorradrennen statt. In den 1920er galt die Bahn, die bis 1946 in Betrieb war, als die Schnellste in ganz Europa, Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer pro Stunde wurden erreicht. Seit gut 35 Jahren ist die zwölf Meter breite und 1,5 Kilometer lange Strecke ein technisches Kulturdenkmal, um das sich jedoch - nach Ansicht von örtlichen Aktivisten - zu wenig gekümmert wird. Lost Place-Fans können verwilderte, aufgeplatzte Steilwandkurven bestaunen, durch die ein Baum in die Höhe schießt. Die Opelrennbahn am Bischofsheimer Weg kannst Du kostenfrei sowie rund um die Uhr betreten und entdecken.


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