In der Fränkischen Schweiz, hier ein Langläufer auf der Loipe zwischen Kanndorf und Pottenstein, ist man bei ausreichend Schnee gut unterwegs.
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27.12.2021, 05:00 Uhr

Geheimtipps für Nordbayern: Hier kann man Rodeln, Eislaufen oder Langlaufen

Auch wenn Nordbayern nicht für seine Schneesicherheit bekannt ist, entpuppt sich manche heimische Ecke zur richtigen Zeit als Wintersport-Dorado. Die Redaktion verrät fünf Geheimtipps, wo man in Mittelfranken und der Oberpfalz Rodeln, Eislaufen oder Langlaufen kann.

Langlauf in der Fränkischen Schweiz

Robert Stein, der seine Mails mit dem Namenszusatz "im Gebürg" ziert, ist in der Fränkischen Schweiz bekannt als Läufer-Guru. Sein "Neideck 1000" und die Trails rund ums Wiesenttal sind weithin begehrte Herausforderungen für ambitionierte Ausdauersportler.

Dass er auch mit dem Wintersport seit vielen Jahren verbunden ist, weiß hingegen nicht jeder. Dabei ist er sogar ein vom Deutschen Skiverband (DSV) lizenzierter Trainer und außerdem spurt er die Loipen, die in seinem Heimatort Muggendorf, ausgehend vom Fußballplatz, starten, "wenn es denn Schnee gibt".

900 Quadratmeter Eis teilen sich in Zirndorf Anfänger und Fortgeschrittene Eisläufer - und auch ein paar Pinguine. 
Hans-Joachim Winckler, NN
Allerdings hat er persönlich andere Lieblingsstrecken in der näheren Umgebung. Beispielsweise oberhalb von Ebermannstadt. Geheimtipp eins: das kleine Dorf Wohlmuthshüll: "Da hat es sich ein Landwirt zur Herzensangelegenheit gemacht, schöne Loipen zu spuren." Tipp zwei: der Golfplatz in Kanndorf. "Dank des gepflegten Golfgrüns findet man dort einen guten Untergrund", lobt Stein.

Und wenn es keinen Schnee gibt: Dann rennt Robert Stein ohne Skier unter den Füßen einfach auf seinen geliebten Trails weiter. "Das geht schließlich das ganze Jahr", findet er. Oder er packt die Bretter ins Auto und fährt zum Langlauf ins Fichtelgebirge. Das liegt zum einen höher, zum anderen werden dort auch Schneekanonen eingesetzt.

Eislaufen in Zirndorf

Die Pinguine sind los - mitten in Mittelfranken. In Zirndorf im Landkreis Fürth schlittern die drolligen Helfer übers Eis - und unterstützen Anfänger bei ihren ersten Versuchen auf Kufen. Doch natürlich können auch Fortgeschrittene auf der Eisbahn am Bibertbad ihre Runden drehen - unter den aktuellen Corona-Regeln: Auf dem Eisbahn-Gelände gilt 2G-Plus, man muss also geimpft oder genesen sein sowie einen zertifizierten Schnelltest oder PCR-Test dabei haben. Ein Selbsttest ist vor Ort nicht möglich.

Damit die Wintersport-Freunde schnell auf die Piste können, würden die Mitglieder vom Skicklub Pegnitz auch eine Hau-Ruck-Aktion starten und am Lift alles vorbereiten - sobald Schnee liegt. 
Ralf Münch, NN
Unter diesen Bedingungen ist die 900 Quadratmeter große Bahn bei winterlichen Temperaturen geöffnet von Sonntag bis Mittwoch, 9 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 19 Uhr, sowie Donnerstag bis Samstag, 9 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 21 Uhr. Letzter Einlass ist immer eine Stunde vor Betriebsende. Am Freitag, 31.Dezember, sowie Samstag, 1. Januar, ist die Bahn geschlossen. Weitere Informationen unter anderem zu Eintrittspreisen und Schlittschuhverleih unter www.eisbahn-bibertbad.de.

Auf dieser Website findet man auch Infos zum Sponsoring. Ohne die dadurch gesammelten Spenden würde es die Eislaufbahn in Zirndorf nicht mehr geben. Eine Möglichkeit: Für 300 Euro kann man "Pinguinpate" werden und seinen Namen auf den süßen Laufhilfen aus Kunststoff verewigen.

Alpine Freuden in Bodendorf

Notfalls auch nachts würde das Team des Skiclubs Pegnitz ausrücken, um die Abfahrts- und Rodelpiste auf der vereinseigenen Anlage in Bodendorf zu präparieren. Aber dafür bräuchte es erst einmal Schnee. "Wir stehen in den Startlöchern", verspricht der Vorsitzender Hannes Späth, der sich ziemlich sicher ist, dass seine "Experten" am Pistenbully sofort bereit seien für eine solche Hau-Ruck-Aktion. Schließlich seien alle im Skiclub ganz heiß auf die ersten alpinen Freuden in der Heimat.

Rodeln statt Skifahren ist am Monte Sperlasso angesagt: Der Lift bleibt wegen der Corona-Auflagen - Betrieb nur unter 2G-Regel - wohl geschlossen. 
Günter Distler, NN
Die beliebte Loipe ins knapp zehn Kilometer entfernte Pegnitz war heuer schon mal kurz gespurt, "doch dann hat uns der Regen alles wieder weggewaschen", ärgert sich Späth. Nachdem im vergangenen Winter trotz ganz ordentlicher Schneelage der Lift pandemiebedingt gar nicht in Betrieb genommen werden durfte, ist man in Bodendorf (Autobahnausfahrt A 9 Trockau) heuer in jeder Hinsicht vorbereitet: technisch und im Hinblick auf die Hygieneverordnung. Ausschließlich Mitglieder, und die nur mit 2G (immerhin wurde die Testpflicht zurückgenommen), dürfen den Lift benutzen. Gäste müssten hingegen ein paar hundert Meter Aufstieg in Kauf nehmen, um dann wieder mit den Skiern, dem Snowboard oder dem Schlitten talabwärts zu sausen. Nur schneien muss es jetzt noch . . .

Rodeln am Monte Sperlasso

Der im Dezember zur Routine gewordene Blick auf die Wetter-Prognose lässt Werner Koller in diesen Tagen kalt. Nachdem die ersten Flocken geschmolzen sind, sieht es aktuell nicht nach üppigem Schneefall für das oberpfälzer Jura aus. "Entscheidende Voraussetzung ist sowieso die Bodentemperatur. Wir brauchen mehrere Frost-Tage, damit überhaupt etwas liegen bleiben kann", erklärt der Ski-Abteilungsleiter des TV Velburg. Nur ganz selten begann die Winter-Saison am knapp 500 Meter hoch gelegenen Sperlasberg, genannt Monte Sperlasso, vor Weihnachten und währte an die 40 Tage. Trotzdem pflegen sie ihre eigene Liftanlage und investierten jüngst 2000 Euro in ein neues Förderseil. Mehr als zwei Dutzend Freiwillige stehen bei Bedarf parat, um finale Vorbereitungen für den Betriebsstart zu treffen.

Der Skilift in Mitteleschenbach macht schon tagsüber was her, abends aber wartet ein besonderes Highlight: Nachtabfahrten unter Flutlicht.
Margit Schachameyer, NN
Tatsächlich ist der Standort sehr beliebt, auf dem 300 Meter langen Hang sind vor allem die Ski-Kurse für die Kinder gefragt. Zumindest bis 12. Januar wären diese von der Testpflicht befreit, für Erwachsene gilt 2G. Werner Koller aber "möchte niemanden abweisen". Deshalb bleibt der Lift vermutlich geschlossen. Wer den Aufstieg zu Fuß bewältigt, darf immerhin Rodeln. Und eine Langlauf-Loipe mit Einstieg am Parkplatz soll bei entsprechender Witterung ebenfalls gespurt werden.

Nachtabfahrt in Mitteleschenbach

Ein bisschen stolz sind sie in dem kleinen Örtchen im Landkreis Ansbach schon auf das, was sie Wintersportfreunden bieten können. "Es gibt bei uns sogar Nachtskifahrten", sagt Bürgermeister Stefan Bußinger (SPD). Sofern genug Schnee liegt, hat der Skilift Mitteleschenbach täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Weil der Hang aber mit einer Flutlichtanlage ausgestattet ist, dürfen Skifahrer ab und zu auch noch einmal von 18 bis 22 Uhr auf die Piste.

Gleich zwei Lifte gibt es in Mitteleschenbach, die Skifahrer auf zwei zusammenhängende Pisten verteilen. So entstehen gut 500 Meter Abfahrt. "Wann die Anlage geöffnet ist und zu welchen Zeiten der Lift in Betrieb ist, geben wir auf der Homepage der Gemeinde bekannt", informiert Bußinger.

Zehn Euro kostet ein Tagesskipass für Erwachsene, Kinder zahlen vier Euro. Wer nur einen halben Tag (ab 13 Uhr) bleiben möchte, kommt mit 6,50 Euro aus. Der Skilift liegt nahe der B 466 und ist ausgeschildert. Eine genaue Adresse hat die Anlage nicht, im Navigationssystem oder auf Google Maps ist sie jedoch als "Point of Interest" verzeichnet. Parken ist vor Ort problemlos möglich. Und wer sich nach ein paar Abfahrten aufwärmen möchte, kann in der "Tiroler Hüttn" vorbeischauen. Sie versorgt Wintersportler mit Snacks und heißen Getränken.

Lokalsport-Redaktion