Alles wird teurer - auch die Weihnachtsgans. Vielerorts streichen Wirt:innen das Gericht von der Karte, weil die Kosten dermaßen explodieren. 
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27.11.2022, 14:19 Uhr

Gansokalypse: Kostet die Weihnachtsgans heuer 30 Euro pro Portion?

Die Preise für Lebensmittel schießen in ganz Deutschland nach oben. Auch die beliebte Weihnachtsgans ist betroffen. Wird es dieses Jahr Gänse aus regionaler Aufzucht geben - und mit welchem Aufpreis müssen Kund:innen und Restaurantgäste rechnen?

Zu einem traditionellen Weihnachtsessen gehören oft Blaukraut, Klöße und ein Gänsebraten. Doch die Preise für Lebensmittel steigen derzeit an - und das gilt auch für die Weihnachtsgans. Wer in diesem Jahr einen Braten auf den Tisch stellen möchte oder sie im Restaurant genießen möchte, muss tiefer in die Taschen greifen.

Metzger und Landwirte aus der Region rechnen mit einer Preissteigerung zwischen 30 und 40 Prozent. Doch dass das Kilo Gans nun bis zu 18 Euro kostet, liegt nicht nur an den gestiegenen Energiekosten. Auch die teureren Futterpreise, eine Geflügelpest in Frankreich und der angehobene Mindestlohn lassen den Preis des Gänsebratens steigen. Wer auf die regionale Aufzucht verzichtet und auf Fleisch aus dem Ausland zurückgreift kann zwar etwas sparen, doch auch bei Gänsen aus beispielsweise Ungarn sind die Preise um etwa 30 Prozent gestiegen. Daher explodieren auch für Gäste die Kosten - Wirtin Heidi Derbfuß aus Kunreuth (Kreis Forchheim) rechnet vor: 30 Euro müssten die Gäste mindestens pro Person berappen - und das sei alles andere als ansatzweise großzügig kalkuliert.

Zuletzt wurde bekannt, dass Gastwirte aus Nürnberg und Regensburg den Gänsebraten aufgrund der hohen Preise von der Speisekarte nehmen. Einen ähnlichen Schritt gehen nun auch erste Metzgereien in der Region. Um die Preissteigerung nicht an ihre Kunden weitergeben zu müssen, wird die Metzgerei Weber aus Lauf die beliebten Saisonvögel gar nicht erst anbieten. Zu teuer sei das Geflügel aktuell und zu ungewiss ist die Lage, ob er am Ende überhaupt genügend Gänse vom Geflügelhof bekommen würde, erklärt Metzgermeister Manfred Weber.

Überhaupt: Die Gastronomie kämpft um die Existenz, mal wieder. "Die größte Herausforderung sind die explodierenden Energiepreise", sagt Geschäftsführer des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) Thomas Geppert, der eine Insolvenzwelle in der Branche fürchtet. Restaurantbetreiber:innen bleiben damit gerade einmal fünf Prozent Gewinn. Heißt: Von einer Weihnachtsgans für 30 Euro bleiben womöglich nur rund zwei Euro hängen. "Tendenziell ist die Marge in den letzten Jahren immer kleiner geworden", erklärt ein Dehoga-Sprecher. "Es wird einfach alles teurer, von den Lieferkosten bis zum Personal." Vielen Gastronom:innen bleibt nur der Getränkeverkauf, um die Speisekarte zu subventionieren. "Da ist der Wareneinsatz etwas niedriger und die Marge dadurch etwas höher", erklärt der Experte.


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