Pablo Fontagnier alias Hombre_suk
© Andrea Munkert
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Feine Leute: Graffiti-Künstler Hombre_Suk

Sieben Fragen über das Leben und seine Abenteuer an ein bekanntes Gesicht aus Stadt und Region - das ist unsere Porträt-Rubrik "Feine Leute". Heute mit: Pablo Fontagnier (38) - der Hombre, wie sie ihn landläufig nennen - ist einer der wenigen Graffiti-Künstler, die von ihrer Kunst leben können. Auf Instagram folgen dem Wahl-Nürnberger 117 000 Leute aus aller Welt.

Seit knapp 14 Jahren ist Hombre_suk_trs (suk für StickUpKids und trs für TrueRokinSoul, die beiden Crews, die ihn in der Szene sozialisiert haben) dabei. Er gesteht, „die ersten sieben, acht Jahre waren schwer“. Seine Murals sind an Wänden in Berlin, Bilbao, Eindhoven, Jerusalem, Moskau, New York, Shanghai, Warschau und Zürich zu bewundern.

Der Graffiti-Künstler liebt es, etwas zu kreieren, das es ohne einen nie gegeben hätte.
Andrea Munkert
Auch auf Cover-Artworks von Hip-Hop-Alben sind seine Bilder zu finden. Fontagnier designte die Wand in Die Eisdiele, Le Bar oder MamMam oder verewigte sich auf Foodtrucks. Auf Jeansjacken hat er seine Kunst gebannt sowie Geist und Codizes der HipHop-Kultur im Auftrag des Herstellers Eschenbach 2014 in Brillengestellen manifestiert.

Fun fact: "Wenn ich mich konzentriere, spiele ich wie viele Menschen mit der Zunge. Beim Malen quasi immer. Was in den Wintermonaten dazu führt, dass der Labello-Verbrauch in schwindelnde Höhen steigt. Sponsoring-Anfragen daher gerne an mich."

Wir stellen sieben Fragen über das Leben an den urbanen Designer:

Seit knapp 14 Jahren ist "der Hombre" in der Szene.
Andrea Munkert

Was lässt Dein Herz hüpfen?

Mich künstlerisch zu betätigen. Mit meinem Sohn zu toben. Und Sportfilme aus den 80ern.

Was ist das Schönste an Nürnberg für Dich?

Ich bin wirklich großer Fan der Gastro-Kultur hier. So viel unterschiedliche Anlaufstellen für wirklich großartiges Essen aus aller Herren Länder.

Wovon dürfte es mehr geben?

Ich persönlich würde mir ein wenig mehr urbanes Vibrieren wünschen. Ich wohne in der Südstadt, da passt das schon, aber generell würde ich gern ein wenig mehr Großstadtflair spüren.

So klischeemäßig das klingt: mit meiner Passion und dem, was ich wirklich gerne tu, einigermaßen gut leben zu können. Das ist schon ein Abenteuer.
Andrea Munkert

Was fasziniert Dich an Deiner Arbeit?

Etwas zu kreieren, das es ohne einen sonst nie gegeben hätte. Quasi aus dem nichts, vom weißen Blatt Papier an, etwas zu erschaffen.

Was bringt Dich zur Weißglut?

Double standards. Wenn Menschen nicht das leben, was sie predigen. Jeder Mensch und jede Art hat seine Berechtigung, aber dazu stehen sollte man bitte. Das kann man von erwachsenen Menschen erwarten.

Wann hast Du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?

Ich hab vor n paar Wochen zum ersten Mal n Wasserhahn ausgetauscht. Zählt das?

Was ist Dein größtes Abenteuer?

So klischeemäßig das klingt, aber mit meiner Passion und dem, was ich wirklich gerne tu, einigermaßen gut leben zu können. Das war/ist schon ein Abenteuer. Teilweise steinige Wege, Gefährten und Schurken, und wenn’s noch ein Happy End bekommt, dann ist es die klassische Abenteuergeschichte.

Andrea Munkert