Schon seit 1996 übt Carlos Lorente Graffiti-Kunst aus.
© Eduard Weigert
feine Stadt

Feine Leute: Carlos Lorente aka kid crow

Sieben Fragen über das Leben und seine Abenteuer an ein bekanntes Gesicht aus Stadt und Region - das ist unsere Porträt-Rubrik "Feine Leute". Heute mit: Carlos Lorente (42), Graffiti-Künstler und Gründer von "Style Scouts".

Schon seit über 25 Jahren geht Carlos Lorente, der unter seinem Künstlernamen "Kid Crow" bekannt ist, mit Farbe ans Werk und lässt graue Wände zu individuellen Kunstwerken werden. Die Werke des in Ansbach geborenen Künstlers basieren auf einer Form des Graffitis, die sich Semi-Wildstyle nennt, welcher auf der Abstraktion von Buchstaben basiert. Häufig kombiniert mit Cartoon-Elementen kreiert Lorente seinen ganz eigenen Stil und hat sich damit einen Namen gemacht.

Als einer der wenigen Graffiti-Künstler in Deutschland, hat sich "Kid Crow" sein Hobby zum Beruf gemacht. Angefangen hat alles mit seiner Begeisterung für Cartoons und Comics als Kind, später wurde sein Interesse bei den Besuchen von sogenannten Halls of Fame - Plätze, an denen, insbesondere von erfahrenen Writern, Wände bemalt werden - geweckt. Bereits seit über 20 Jahren gibt er Graffiti-Workshops an Jugendzentren und Schulen und vermittelt so sein Wissen an Interessierte. 2011 gründete er "Style Scouts", die erste pädagogisch fundierte Graffiti-Akademie in ganz Deutschland, die seit 2015 im Z-Bau in Nürnbergs Süden beheimatet ist.

Unter anderem hostet Crow, zusammen mit seinem Kumpel Kgee aka "One Take" aus Köln, seit Juni 2020 seinen eigenen Podcast "Walls Don't Lie". Zu ihrem Podcast laden die beiden verschiedene Künstler ein, welche die Stylewriting- und Graffiti-Kultur maßgeblich geprägt haben. Dazu wollen sie von ihren Interviewgästen nicht nur etwas über deren persönliche Karriere erfahren, sondern beispielsweise auch, wie sie zum Hip-Hop stehen.

In seiner Graffiti-Akademie "Style Scouts" veranstaltet Lorente individuelle Graffiti-Workshops mit Sprühdosen (Archivbild).
Roland Fengler

Was lässt dein Herz hüpfen?

Meine Familie und Kunst in jeglicher Form!

Was ist (das Schönste an) Nürnberg für dich?

Nürnberg ist mein Arbeitsmittelpunkt und eine Stadt, in der es viel zu entdecken gibt.
Es gibt so viele schöne Ecken und Kanten!

Wovon dürfte es mehr geben?

Mehr Freiräume für Kunst und Kultur. Nürnberg sollte sich mehr Subkultur zutrauen und auch mal Dinge laufen lassen.

Was fasziniert dich an deiner Arbeit (am meisten)?

Ich finde die Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Backgrounds genial. In meinen Workshops habe ich die Möglichkeit, neue Begeisterung für Kunst und kreative Betätigung zu wecken.

Grafitti mit pädagogischem Ansatz: Das ist Lorentes Intention. 
Andrea Munkert

Was bringt dich zur Weißglut?

Toxische/Negative Menschen und Hater.

Wann hast du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?

Vor knapp einem Jahr habe ich das erste Mal einen Podcast gemacht.
Und den gibt es immer noch: www.wdl.rocks

Was war dein größtes Abenteuer?

Puh, schwer zu sagen. Wahrscheinlich die Geburt meiner ersten Tochter!


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Milena Schopf