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Ehrenamt (ge)sucht: Projekt 31

Ehrenamt (ge)sucht - hier hast Du den Durchblick, wie vielfältig soziales Engagement in Deiner Stadt aussehen kann. Wir bieten Dir knapp ein paar Fakten zu verschiedenen Initiativen, die Dich ordentlich inspirieren sollen. Und die sich über Unterstützung freuen. Heute: Felix stellt das Projekt 31 aus Nürnberg vor. Der Student ist seit 5 Jahren im P31 aktiv.

Name: Felix Janus

Alter: 28

Wohnort: Nürnberg

Wirkungsort: Nürnberg

Verein: Alternative Kultur Nürnberg e.V.

Beruf: Studium "Soziale Arbeit"

Aufgabe im Verein: Öffentlichkeitsarbeit und Organisatorisches

Aktuell beschäftigt das P31 zwei große Themen. Da der Verein mit der Suche nach einer neuen Immobilie konfrontiert ist, ist die Zukunft des Hauses ungewiss. Das Herz der Initiative schlägt dafür, für kulturelle Freiräume und eine Stadt für alle einzutreten, damit das Subkulturelle nicht verloren geht. Bisher sind sie auf der Suche nach einem neuen Raum nicht fündig geworden. Diese Suche nach einem neuen Objekt wurde filmisch begleitet: "Ein bisschen Hoffnung ist natürlich schon da, dass der Film was bewirken kann und dass noch Bewegung rein kommt." Der Film wurde nun auch im P31 gezeigt, das war ein kleines Highlight.

Trailer: Projekt FreiRaum – ein Ort verschwindet from Zoë Jungmann on Vimeo.

Außerdem sind die fehlenden Einnahmen der ausgefallenen Veranstaltungen aufgrund von Corona zu spüren und das Projekt muss sich mit Spenden über Wasser halten. Denn als gemeinnütziger Verein erhalten sie nur einen Teil der Corona-Soforthilfe. Viele subkulturelle Einrichtungen fallen aktuell komplett durchs Raster der staatlichen Unterstützung.

Wem wird geholfen?

Wir haben verschiedene Angebote, die sich an die Nachbarschaft und verschiedene Menschen aus der Metropolregion richten: von Foodsharing bis Kultur. Bei unseren Konzerten spielen Bands aus dem Ausland, die spezifische Zielgruppen bedienen, und lokale Bands, die sich bei uns ausprobieren können.

Wie wollt ihr die Welt besser machen?

Wir versuchen ein sozialer, kultureller und politischer Raum zu sein. Wir wollen irgendwie schon einen Freiraum zu schaffen, der frei von Rassismus, Sexismus und Diskriminierung ist. Wir möchten uns an soziale Gerechtigkeit heranwagen und beteiligen uns da auch. Und wir wollen vielleicht auch ein Schutzraum für z.B. queere Menschen sein.

Wie finanziert ihr euch? Wer unterstützt euch?

Unser Projekt trägt sich schon ein bisschen durch die Einnahmen der Veranstaltungen. Die VAPCA* oder Konzerte sind auf Spendenbasis: Manche zahlen 4 Euro und manche 30 Euro. Gerade jetzt in der Corona-Zeit finanzieren wir uns aber auch über Spenden. Und wir bekommen einen Zuschuss vom Kreisjugendring.

*VAPCA steht für "Vegan Anarcho Punk Cooking Action". Einmal pro Woche wird hier gemeinsam gekocht und gegessen.

Wobei könnt ihr (aktuell) Unterstützung gebrauchen?

Bei uns kann sich eingebracht werden, die Leute können Teil unseres Hauses werden. Wer mitwirken will, kann einfach eine Mail schreiben oder zu den Orga-Treffen kommen. Spenden sind auch gerne gesehen. Wir verwalten das ganze Haus zusammen als Kollektiv: von Bürokratie über die Garten AG bis zum Schnippeln fürs Foodsharing.

Was sollten Interessierte mitbringen?

Zeit, Motivation - und man sollte das Selbstverständnis unseres Vereins teilen.

Wieviel zeitlicher Aufwand erfordert das Engagement?

Das kann auch ganz flexibel sein: dass man ein bisschen in der Garten-AG mitmacht oder Teil eines konkreten Projekts ist. Wer Lust hat, kann aber auch tief einsteigen.

An welchen Moment erinnerst Du dich ein Leben lang?

Ich glaub, ich könnte sehr viele Momente aufzählen. Wir haben im Sommer 2019 ein riesengroßes Straßenfest mit Nachbarn veranstaltet, samt Hüpfburg, Konzerten und Workshops. Das war ein schönes Miteinander und hat sich ins Gedächtnis eingebrannt.

Zukunftsmusik

„Wir freuen uns einfach, dass wir jetzt im Sommer wieder öffnen können, VAPCA kochen und kleinere Hofkonzerte machen können.“


Ehrenamt (ge)sucht: Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft .



Mehr Soziale Heldinnen und Helden: Johanna Wiglinghoff von Foodsharing.


Anna Sturm