Warum eignen sich die verschiedenen Milchalternativen so gut als Kuhmilchersatz? Hier erhältst Du eine Übersicht.
© Zacharie Scheurer
fein leben

Die 5 feinsten und nachhaltigsten Milchalternativen

Diese Woche war der internationale Pflanzenmilch-Tag! Und in diesem Zuge nehmen wir die Alternativen zur Kuhmilch unter die Lupe. Welche bringt Dir welche Nährwerte und wie steht es um die Umweltbilanz?

Hafermilch

Hafermilch
imago images/Shotshop/Rezeda Kostyleva

In vielen Supermärkten findet man sie schon und im Bioladen sowieso - die Hafermilch. Sie enthält weder Laktose noch Milcheisweis, was sie zur perfekten Alternative für Menschen mit Laktoseintoleranz macht. Hafermilch ist meist Bio und nicht nur das...Hafer kommt sehr häufig aus regionalem Anbau und ist somit besonders nachhaltig. Im Vergleich zu Kuhmilch verbraucht Hafermilch beim Anbau gut 80 Prozent weniger Energie und bei der Herstellung etwa 60% weniger Energie. Hafer ist außerdem ein sehr widerstandsfähiges Getreide, sodass selbst konventionelle Bauern kaum spritzen müssen. Sie schmeckt leicht süßlich sowie nussig und eignet sich sehr gut zum Backen, aber auch fürs Müsli.

Mandelmilch

Mandelmilch
imago images/PantherMedia/Ekaterina Fedotova, NN

In den Vereinigten Staaten ist Mandelmilch schon längst sehr beliebt, weil sie für viele Menschen als leckerste Alternative zur Milch zählt. Auch in Deutschland wird sie immer trendiger. Mandelmilch hat zwar im Gegensatz zu Kuhmilch kaum Eiweiß, dafür aber reichlich Vitamine. Ein Mandeldrink enthält circa 20 bis 40 Kalorien pro 100 Gramm und ist somit ein kalorienarme Alternative zur Milch. Mandelmilch ist also ziemlich gesund und eignet sich hervorragend beim Backen. Die Ökobilanz ist nicht so bombig, da Mandeln meist aus Kalifornien kommen. Dort ist es ohnehin sehr trocken - für den Anbau eines Kilogramms Mandeln werden 10 000 Liter Wasser gebraucht. Auch beim nähergelegenen Anbau, etwa in der Türkei, ist es nicht besser. Die Mandelbäume werden dort vor allem von umherziehenden Bienenvölkern bestäubt, die Parasiten und Krankheitserreger verbreiten, die für das weltweite Bienensterben mitverantwortlich sein sollen.

fein genießen

Absolute Gönnung: So schmeckt der August

Sojamilch

Sojamilch
Zacharie Scheurer

Sie ist wohl die bekannteste Milchalternative und man findet sie in jedem Discounter - und nicht nur das macht sie problematisch. Angebaut wird Soja vorwiegend in Südamerika - und dafür wird Regenwald gerodet. Klar: Das dort gezogene Soja fließt vor allem in die Verwendung als Futtermittel für Kuhställe beispielsweise. Doch selbst bei in Europa angebautem Soja ist der Energieverbrauch zur Herstellung beinahe so hoch wie bei der Produktion von Kuhmilch. Dennoch: Für viele Veganer ist Sojamilch der mitunter wichtigste Eiweiß-Ersatz. Zudem punktet sie mit reichlich ungesättigten Fettsäuren. Sie enthält kein Cholesterin und dafür üppig pflanzliche Proteine, was sie zu einer gesunden Alternative zu Kuhmilch macht. Man kann sie auch als zart schmeckenden Milchersatz im Kaffee verwenden.

Hanfmilch

Hanfmilch
Roland Weihrauch

Nicht zu verwechseln mit der Droge Cannabis. Sie wird nämlich aus Hanfsamen gewonnen und nicht aus Cannabisblüten. Besonders verbreitet ist Hanfmilch in Deutschland noch nicht. Es gibt sie in einigen Bio-Läden, die meisten Supermärkte bieten sie nicht an. Besonders gesund ist sie aufgrund ihrer wertvollen Omega3- Fettsäuren. Die dazugehörige Pflanze ist auch noch besonders gut für die Umwelt. Sie bindet nämlich doppelt so viel CO2 wie Bäume. Hanf ist bekanntlich eine alte Kulturpflanze, die als widerstandsfähig und anspruchslos gilt - sie wächst auf nahezu allen Böden und kommt daher oft aus der Region oder dem näheren Umkreis. Deswegen kann Hanf gut aus Bio-Landwirtschaft kommen und die Bauern können im Regelfall auf Pestizide verzichten. Hanfmilch macht sich sowohl gut im Kaffee, als auch als Drink.

fein genießen
fein leben

Diese Bio-Kisten liefern Dir Obst und Gemüse aus der Region

Lupinenmilch

Lupinenmilch
Lukas Schulze

Lupinenmilch ist zur Zeit voll im Trend. Sie besteht aus sehr viel Protein und wird oft regional produziert. Zudem enthält sie weder Gluten noch Laktose. Lupinensamen enthalten über 40 Prozent Eiweiß, welches Dir alle essentiellen Aminosäuren liefert. Lupinenmlich ist somit eine der hochwertigsten Eiweißquellen für Veganer. Allerdings müssen Stabilisatoren, Säureregulatoren und Süßungsmittel zugegeben werden. Dennoch: Die Ökobilanz ist ähnlich wie beim Haferprodukt: Meistens kommen die Lupinen aus der Region und schneiden damit deutlich besser ab als Produkte wie Reis- oder Sojamilch. Mit ca. 3 Euro pro Liter Lupinenmilch ist sie vergleichsweise teuer.


Mehr zum feinen Leben findest Du in unserem Ressort fein leben.


Simon Zoch/Andrea Munkert