Fast Fashion trägt nachweislich zur Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern bei.
© Sven Simon/imago
fein leben
21.10.2021, 12:55 Uhr

Das Problem mit der Wegwerf-Mode: Fast Fashion

Günstige Preise und häufig wechselnde Kollektionen animieren den Kunden zum Kauf von Fast Fashion. Quantität statt Qualität ist das Motto vieler Fashion-Liebhaber. Welche Auswirkungen das Kaufverhalten auf die Umwelt hat und wie Du es besser machen kannst, liest Du hier.

Unser Kaufverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wir kaufen immer mehr Kleidung, geben dafür aber immer weniger aus. Fast-Fashion-Händler sind meist Textilketten, die ihre Kollektionen laufend ändern und Laufstegmode günstig als Massenware verkaufen. Dabei imitieren sie die Kleidungsstücke der Haute-Couture-Designer, fertigen die Ware in niedriger Qualität und mit schlechten Arbeitsbedingungen an und dann landen sie in den Shops der großen Modeketten wie Zara, H&M, Primark und viele mehr.

Doch kann ein T-Shirt für 5 Euro wirklich fair sein? Und sollte unser schickes neues Oberteil nicht eigentlich mehr kosten als eine Tasse Kaffee?

Faktencheck:

1. Durch Fast Fashion entsteht ein gigantischer Abfallberg an Kleidungsstücken. Mehr als hundert Milliarden neue Teile werden jährlich produziert. In Deutschland finden allein mindestens 230 Millionen Textilien keinen Abnehmer oder Abnehmerin und werden direkt nach der Herstellung vernichtet. Jeder Mensch in Deutschland kauft etwa 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Entsprechend oft wird aussortiert und weggeschmissen.

2. Als Gesellschaft kaufen wir 400 Prozent mehr Kleidung als noch vor 20 Jahren. Unsere Kleiderschränke platzen und sind trotzdem voller ungetragener Teile.

3. Durch Herstellung, Warentransport und den Gebrauch, also Waschen, Trocknen und Bügeln, werden jährlich mehr als 850 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. In der Herstellung werden Chemikalien verwendet und dabei wird enorm viel Wasser verbraucht, welches veruneinigt die Gewässer verschmutzt.

4. Rund 60 Prozent unserer Kleidung enthält Polyester, also Kunststoff. Beim Waschen fließt es mit dem Abwasser in die Flüsse und ins Meer. Dort macht es ca. 35 Prozent des Mikroplastiks in den Meeren aus.

5. Für die Produktion eines herkömmlichen T-Shirts werden ca. 2500 Liter Wasser gebraucht. Das entspricht 17 Badewannen voll Wasser.

Foto: imago images/IPA Photo; Mannequins of a closed Kleidung Shop wear Safety Mask during the Hard Lockdown of the Covid 19 Coronavirus Pandemie in Nuremberg Nurnberg , Bayern , Deutschland . January 29 , 2021.
via www.imago-images.de, imago images/IPA Photo

So kannst du es besser machen:

1. "Wer billig kauft, der kauft zweimal", also kaufe lieber teuer bzw. qualitativ hochwertigere Klamotten. Je länger Du ein Kleidungsstück trägst, desto mehr relativieren sich mit der Zeit die Kosten.

2. Vermeide Ketten wie H&M und Co. Kaufe lieber in Fair-Fashion- oder Second-Hand Läden. In Nürnberg kannst Du zum Beispiel bei glore, VINTY'S, usw. nachhaltig shoppen.

3. Achte auf das Material der Kleidung. Bio-Baumwolle, Bio-Wolle, Leinen, recyceltes Polyester, Hanf und Seide sind nachhaltig. Nachhaltige Kleidung erkennst du auch an Siegeln wie dem GOTS- und dem IVN Best-Siegel.

4. Frag Dich vor dem Kauf selbst, ob Du das Teil mindestens 30 Mal anziehen wirst. Ist Deine Antwort "Nein", kannst Du Dir den Kauf sparen.

5. Mit der App "Fair Fashion Finder" lassen sich faire Anbieter in Deiner Umgebung aufspüren.

Oder Du nutzt unseren Guide für einen 2nd-Hand-Herbstlook.

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Milena Schopf