Der beliebte Burgerladen "Kuhmuhne" akzeptiert seit dem vergangenen Jahr kein Bargeld mehr.
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18.01.2023, 15:44 Uhr

Beliebtes Nürnberger Burger-Restaurant schafft Bargeld-Zahlung ab - aber es gibt eine Ausnahme

Der beliebte Burgerladen "Kuhmuhne" akzeptiert seit dem vergangenen Jahr kein Bargeld mehr. Wie es zu der Entscheidung kam und wie es dem Laden mittlerweile geht, das erklärt Geschäftsführer Simon Staudigl im Gespräch.

EC-Karten und Online-Bezahl-Methoden verdrängen zunehmend das Bargeld. Kaum verwunderlich ist es deswegen wohl, dass immer mehr Unternehmen sich dem Trend anschließen, davon auch einige in Nürnberg. Regionale Läden wie "Salat & Joghurt Bar", "Herzblut Friseure" oder auch "Wurstdurst" akzeptieren mittlerweile nur noch die Karte. Auch der Nürnberger Burgerladen "Kuhmuhne" reiht sich seit letztem Jahr neben diesen Unternehmen ein.

"Es nimmt einfach unglaublich viel Stress weg", erklärt Geschäftsführer Simon Staudig. Seit November letzten Jahres akzeptiert die Kuhmuhne nur noch die Karte.
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Den Denkanstoß für diesen gewagten Schritt kam durch das neue Unternehmen des Geschäftsführers in Berlin "Blumental", erklärt Geschäftsführer Simon Staudigl im Gespräch mit unserer Redaktion. In der Hauptstadt ist die Kartenzahlung bereits gang und gäbe, Bargeld kommt selten ins Spiel. In Zahlnot gelangt man oft nur, wenn ausschließlich Bargeld akzeptiert wird. "Das passiert wirklich oft. Aber andersherum hab zumindest ich es noch nie erlebt", so Staudigl. "Dann war für uns klar 'Hey, dann wagen wir einfach mal einen Schritt und schauen'."

Negative Kritik auf Social Media

Im November kündigte das Restaurant an, dass es ab sofort keine Bargeldzahlungen mehr akzeptieren würde. "Die 'Kuhmuhne' ist ab sofort bargeldlos", schreibt das Unternehmen auf Instagram. Die Kunden reagieren unterschiedlich auf diese Ankündigung, die Meinungen gehen auseinander. Einige begrüßen den Schritt: "Hervorragende Entscheidung!", kommentiert ein Nutzer unter dem Post. "Endlich mal ein Lader, der im Jetzt lebt!", schreibt eine andere.

Doch viele Kunden melden sich zu Wort und lehnen diese Entscheidung ab. Ein Kunde bemängelt, dass es immer noch Menschen gibt, die die EC-Zahlung nicht bevorzugen. Für die Nutzer ist die Bargeldabschaffung wohl auch Grund genug, um sich vom Restaurant zu verabschieden: "Bye bye kuhmuhne ohne Bargeld ohne mich", kommentiert ein Kunde unter dem Post.

Abseits von den sozialen Medien ist die Realität jedoch eine andere, erklärt Staudigl. Der Geschäftsführer kann diese Resonanz nur als eine "vollkommene Überreaktion" erklären, denn schon vor diesem gewagten Schritt haben über zwei Drittel der Kundschaft bargeldlos gezahlt. Der angekündigte Protest und Kundenrückgang blieb bisher aus. "Es war dann irgendwie stressig, wenn man über Facebook schaut, aber eigentlich war es dann total relaxed. Alle verstehen es, alle finden es cool", erklärt der Staudigl.

"Es nimmt einfach unglaublich viel Stress weg"

Ein bargeldloses Unternehmen bringt auch viele Vorteile. "Es nimmt einfach unglaublich viel Stress weg", erzählt Staudig. "Wenn du Bargeld hast, bist du Kassenbuchführpflichtig. Das heißt, du musst sämtliche Bar-Ein und Ausgänge praktisch dokumentieren." Mit dem Wegfallen von Bargeld und damit der Kassenbuchführung spart sich das Unternehmen am Ende des Monats um die 20 Stunden Arbeit.

Es entfallen Aufgaben wie die Bargeld-Ein- und Auszahlung, das Holen von Wechselgeld, die Kassenbuchführung und besonders das Korrigieren des Kassenbuches. "Beim EC-Gerät, da sind menschliche Fehler einfach ausgeschlossen. Es können so gut wie keine Fehler passieren und das ist natürlich sowohl für Mitarbeiter als auch für Inhaber extrem angenehm."

Steigendes Trinkgeld trotz bargeldlos

Trinkgeld können Kunden selbstverständlich immer noch in bar geben, doch auch hier setzt das Unternehmen aufs Digitale. "Ich denke, da werden sich die Leute langsam dran gewöhnen. Durch den Markt haben sich die Leute ja eher daran gewöhnt, Trinkgeld bar zu geben". Beim Bezahlen in der Kuhmuhne erscheint auf dem EC-Gerät nun automatisch eine Trinkgeld-Abfrage. Zur Wahl stehen dann verschiedene Trinkgeldbeträge, sowie auch die Auswahl "Kein Tipp" und "Individuelle Eingabe", erklärt Staudigl.

Die Mitarbeitende der "Kuhmuhne" profitieren von der Umstellung. "Unsere Mitarbeitenden haben seit der Umstellung einen kleineren Geldbeutel mit sich, eigentlich nur noch diese All-in-one Gerät, und das Trinkgeld hat sich vermehrt", erklärt der Geschäftsführer im Gespräch. Auch der vergangene Dezember war für das Unternehmen besonders umsatzstark.

Der gewagte Schritt ist nicht für alle Unternehmen geeignet, das erkennt auch Staudigl. "Man braucht ja auch gutes Netz für EC-Geräte, also gute Internetverbindung." Für die Kuhmuhne war dieser Schritt jedoch der Richtige: "Jetzt wo wir sind, direkt am Hauptbahnhof, im Zentrum Nürnbergs, traue ich mich schon zusagen, dass das machbar ist."

Bargeldloses Restaurant bietet auch Alternativen

Bis auf American Express nimmt das Restaurant jede Kredit- und EC-Karte an. Auch mit PayPal kann bei der Kuhmuhne bezahlt werden. "Das ist einfach ein Zeichen der Zeit. Es geht alles weg vom Cash", erklärt der Geschäftsführer.

Im Fall der Fälle nehmen die Mitarbeitenden jedoch auch Bargeld an. Die Rechnung wird dann über die Unternehmens-EC-Karte gezahlt. "Also für alle Probleme haben wir Lösungen", so Staudigl. "Es soll aber nicht zum Usus werden, dass alle mit bar kommen und meine Mitarbeiter mit Taschen voller Bargeld herumlaufen."

Auch potenzielle Stromausfälle wären für das Unternehmen kein Problem. Wenn das EC-Lesegerät nicht mehr funktioniert, muss eben Zettel und Stift zur Hand. "Wir würden wahrscheinlich im Falle ganz normal kassieren und zusammenaddieren", sagt der Geschäftsführer.


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