Einfach an die Balkonbrüstung hängen und los gehts. Was taugen die Solar-Anlagen für Zuhause?
© Stefan Sauer, dpa
feine Stadt
19.01.2023, 15:30 Uhr

Balkonkraftwerke: Das taugen die Solar-Anlagen für Zuhause

In der Stadtwohnung Strom einfach selbst erzeugen? Das soll mit sogenannten Balkonkraftwerken funktionieren. Was taugen die kleinen Photovoltaikanlagen und lohnt sich das wirklich?

Energiekriese und Streit um fossile Energieträger wie Gas oder Kohle - Viele Verbraucher:innen fürchten weiter steigende Energiepreise und wechseln um auf Selbstversorgung. Ganz konkret mit Solaranlagen für dem heimischen Balkon.

Nürnberg die Solarhauptstadt?

Die Stadt Nürnberg rühmt sich auf Instagram als deutsche Solarhauptstadt. Laut dem Ökostromanbieter Lichtblick steht die Frankenstadt im Bundesvergleich auf Platz Eins, wenn es darum geht, wie vielen Neubaudächern Solaranlagen montiert werden. Das ist sehr erfreulich, doch Mieter:innen profitieren davon meist nicht. Auch wer in einem Bestandbau zur Miete wohnt, der kann sich nicht einfach 50 Quadratmeter Solarzellen aufs Hausdach schrauben. Abhilfe versprechen hier die sogenannten "Balkonkraftwerke". Doch was hat es damit überhaupt auf sich?

Seit Monaten sind sie immer wieder im Netz zu finden, egal ob im Bundle mit Notstrom-Akkus bei Amazon oder zum vermeintlichen Schleuderpreis auf Vergleichsplattformen wie MyDealz, die Balkonkraftwerke. Wer damit nun erstmal nichts anfangen kann, hier eine kurze Einführung ins Thema:

Balkonkraftwerke sind Photovoltaikmodule, die über einen Wechselrichter an eine spezielle Steckdose selbsterzeugten Solarstrom vom Balkon in den Haushalt fördert. Meist sind diese Anlagen pro Modul nicht größer als ein kleiner Balkontisch. Angebracht werden sie, wie der Name schon verrät, auf dem Balkon - entweder vertikal ans Geländer angebracht oder an einen Winkel montiert. Ein Balkonkraftwerk liefert dann, je nach Modell, bei optimaler Sonneneinstrahlung zwischen 300 und 800 Watt.

Steuerliche Befreiung für Balkonkraftwerke

So richtig boomt der Verkauf von Balkonkraftwerken erst seit Anfang des Jahres, denn zum 1. Januar fiel für die Anlagen sowohl die Einkommen- als auch die Umsatzsteuer weg. Damit wurden die Geräte im Schnitt rund 20 Prozent günstiger. Teilweise wird der Kauf von Balkonkraftwerken von Bundesländern, Städten oder Kommunen sogar noch gefördert. So fördert die Stadt Erlangen Plug-In Photovoltaikanlagen wie Balkonkraftwerke mit bis zu 300 Euro, auf der Website der Solarinitiative Nürnberg ist bisher noch keine Förderung für Verbraucher:innen zu finden.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Ob sich ein Balkonkraftwerk lohnt und nach welcher Zeit sich die Kosten Anschaffungskosten rechnen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist hierbei der Anschaffungspreis, der Stromverbrauch des Haushalts, die Leistung und die tatsächliche Stromerzeugung des Geräts und mögliche Förderungen. Unter günstigen Voraussetzungen lohnt sich ein Balkonkraftwerk derzeit schon nach rund 3 Jahren.

Worauf muss man achten?

Zur Inbetriebnahme eines Balkonkraftwerkes brauchst Du keine Elektriker:in, jedoch nur, wenn maximal 2,6 Ampere angeschlossen werden oder wenn Schraubsicherungen vorhanden sind. Die Erlaubnis Deiner Vermietung benötigst Du nicht, es sei denn, Du willst die Anlage an der Hauswand anbringen. Für die Anlagen gilt eine Anmeldepflicht, das bedeutet, dass Du für Deinen Netzbetreiber ein Formular ausfüllen musst, eine Genehmigung benötigst Du jedoch nicht. Außerdem solltest Du darauf achten, dass Du keinen Strom in das Netz einspeist, ansonsten benötigst Du einen Zweirichtungszähler oder eine Rücklaufsperre an Deinem Stromanschluss. Solltest Du dennoch Strom ins Netz einspeisen wollen, so kannst Du mit einer Vergütung rechnen, auch wenn diese nur sehr gering ausfällt.


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