Könnte die 4-Tage-Woche sich in Zukunft durchsetzen?
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fein leben
20.01.2023, 12:52 Uhr

Arbeiten mit einer 4-Tage-Woche: "4 Day Week Global" zeigt, wie gut es wirklich funktioniert

Die Non-Profit Organisation "4 Day Week Global" setzt sich für die Einführung einer intelligenteren, statt längeren Arbeitswoche ein. Im Rahmen dessen haben sie ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem Unternehmen weltweit die 4-Tage-Woche ausprobieren konnten. Was bei diesem Projekt rauskam, erfährst Du hier.

Das ist "4 Day Week Global"

Die Non-Profit Organisation wurde von Andrew Barnes und Charlotte Lockhart mit der Vision gegründet, Unternehmen dabei zu unterstützen, die Arbeitszeit zu reduzieren, die Vergütung jedoch beizubehalten.

Andrew Barnes hat 2018 in seinem eigenen Unternehmen die 4-Tage-Woche sehr erfolgreich durchgesetzt und wollte dies auch anderen Unternehmen ermöglichen. Deshalb hat er ein Jahr später einen Leitfaden für andere Firmen entwickelt, die ebenfalls zur 4-Tage-Woche wechseln wollen.

In Zusammenarbeit mit dem Wellbeing Research Centre der Oxford Universität analysieren sie die Zukunft der Arbeit und wie das Wohlbefinden der Angestellten mit der Produktivität der Unternehmen vereint werden kann.

Das erfolgreiche Pilotprojekt

In einer Zeitspanne von sechs Monaten haben 33 verschiedene Unternehmen mit Angestellten der Länder USA, dem Vereinigten Königreich, Irland, Australien, Neuseeland und Kanada die 4-Tage-Woche im Jahr 2022 ausgetestet. Dabei ging es darum, die Work-Life-Balance der Arbeitnehmenden zu verbessern und dabei die Produktivität beizubehalten. Deshalb auch das Modell "100 Prozent des Lohns, 80 Prozent der Arbeitszeit und im Gegenzug 100 Prozent Produktivität". Außerdem waren die Unternehmen nicht zu der 4-Tage-Woche verpflichtet, sondern konnten auch flexible Zeit Reduktionen wählen, solange diese signifikant und bei gleicher Bezahlung waren. Die Recherchearbeit hat ein Team aus Mitgliedern des Boston College, des Universitäts College Dublin und der Cambridge Universität übernommen.

Die Auswertung des Projekts

"Die Firmen sind extrem zufrieden mit der Arbeitsleistung, Produktivität und Erfahrung und die meisten planen bereits die Weiterführung der 4-Tage-Woche", heißt es in der Auswertung des Projekts. 27 von den 33 Unternehmen haben die Umfrage zur Auswertung der Studie ausgefüllt. Durchschnittlich haben die Firmen der Erfahrung auf einer Skala von null bis zehn, was die Zufriedenheit angeht neun Punkte gegeben. Die Produktivität stieg außerdem um rund acht Punkte. Drei Viertel gaben an, die 4-Tage-Woche auf jeden Fall weiterzuführen und ein Viertel denkt noch darüber nach.

Von den Arbeitnehmer:innen gaben 96,9 % an, das Modell weiterführen zu wollen. Auch positive Auswirkungen auf physische und mentale Gesundheit, Work-Family und Work-Life-Balance wurden festgestellt, während Stress und Burnout reduziert wurden.

Die Anzahl der Angestellten ist während des Projektes außerdem um 12 % gestiegen und der Umsatz ist durchschnittlich um 8 % gestiegen. Die Zufriedenheit der Arbeitnehmer:innen mit ihrem Leben nach dem Projekt um fast einen Punkt gestiegen und die Zufriedenheit mit ihrer Zeit ist um fast zwei Punkte gestiegen.

Die Schnelligkeit, Komplexität und Intensivität ist nur bei wenigen Angestellten gestiegen. All in all kann man also sagen, dass die Unternehmen eine positive Erfahrung mit der verkürzten Woche für Arbeitnehmer:innen gemacht haben. Wir bleiben also gespannt, ob das für Deutschland in Zukunft auch eine realisierbare Änderung wird.

Bei einem Pilotprojekt mitmachen

Momentan bietet "4 Day Week Global" Pilotprojekte in den USA, Kanada, Irland, Australien und Neuseeland an, aber jedes Viertel Jahr kommen weitere Gegenden der Welt hinzu, die das Projekt ausprobieren können. Vor dem Beginn werden verschiedene Informationsveranstaltungen zu der verkürzten Arbeitswochen abgehalten. Außerdem werden in Absprache mit den beteiligten Wissenschaftler:innen Produktivitätskennzahlen festgelegt, welche während des gesamten Experiments überwacht werden, sodass sich die Auswirkungen der 4-Tage-Woche nachforschen lassen.


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